Alarm: 2030 nur noch 1,25 Millionen Schüler

Ergebnisse der aktuellen Vorausrechnung für Baden-Württemberg

Im Schuljahr 2008/09 wurden annähernd 1,69 Millionen Schüler an den allgemeinbildenden und beruflichen Schulen in Baden-Württemberg unterrichtet.

Nach Berechnungen des Statistischen Landesamtes dürfte die Gesamtschülerzahl in den kommenden 20 Jahren um 435 000, das sind knapp 26 Prozent, auf etwa 1,25 Millionen zurückgehen.

Bei den Grundschulen führen die schwächer besetzten Geburtsjahrgänge zu einem stetigen Rückgang - 2030 sollen es nur noch 335 000 Schulkinder sein, das sind 20 Prozent weniger als im Schuljahr 2008/09. Ähnlich treffen wird es auch die künftigen Werkreal- und Hauptschulen im Land. Hier soll die Schülerzahl auf 118 000 schrumpfen. Die Realschulen erwarten eine Reduzierung um nahezu 22 Prozent, das sind ca. 194 000 weniger Schüler als noch 2008/09. An den allgemeinbildenden Gymnasien wird nach dem Ausscheiden des "doppelten" Abiturientenjahrgangs des letzten 9-jährigen und des ersten flächendeckenden 8-jährigen Gymnasialzugs im Sommer 2012 die Schülerzahl auf rund 242 000 absinken. An den beruflichen Schulen gehen die Statistiker von einem Rückgang um über 30 Prozent aus, das bedeutet 300 000 Schüler weniger.

Etwa 43 000 Jugendliche erwarben im Jahr 2008 in Baden-Württemberg den Hauptschulabschluss. Bereits bis 2011 dürfte ihre Zahl auf ca. 35 000 sinken. Die neue Form von Haupt- und Werkrealschule dürfte dann dazu führen, dass wesentlich weniger Schüler die Schulen mit dem Hauptschulabschluss verlassen. Im Jahr 2030 wären es demnach noch 17 000.

Die Zahl der mittleren Abschlüsse - also Realschulabschluss an allgemeinbildenden Schulen und Fachschulreife an beruflichen Schulen - lag 2008 bei rund 63 800. Sie werden sich 2012 leicht reduzieren, bevor die Absolventen der neuen Form von Haupt- und Werkrealschule und ein in diesem Jahr breit besetzter Abschlussjahrgang der 2-jährigen Berufsfachschule sie wieder auf ca. 70 000 ansteigen lassen.

Die demografische Entwicklung wird die Absolventen bis 2030 wieder um rund 20 000 reduzieren. Dennoch bleibt der mittlere Abschluss in Baden-Württemberg - mit Ausnahme des Jahres 2012 - der am häufigsten erreichte.

Angesichts dieser Zahlen wird deutlich, wie wichtig die Investition in künftige Nachwuchskräfte ist. Südwesttextil unterstützt dabei seine Mitglieder mit einer monatlichen Förderung von zusätzlichen Ausbildungsplätzen: Für dieses Jahr können noch Mittel abgerufen werden.

Darüber hinaus bietet die Nachwuchskampagne GoTextile! für Mitgliedsunternehmen die Möglichkeit, unter http://www.go-textile.de ihr Ausbildungsangebot zu präsentieren. Die Besucherzahl des Internetportals hat in den letzten Monaten deutlich an Fahrt aufgenommen und lag im Juli bei 2 486 Besuchern. Seit Beginn der Nachwuchskampagne besuchten die Seite schon 26 517 Besucher.