Antidumpingzoll auf hochfestes Polyestergarn aus China

Die EU-Kommission hat vorläufige Antidumpingzölle in Höhe von 9,3 Prozent eingeführt.

Die EU-Kommission hat auf hochfeste Polyesterfilamentgarne aus China vorläufige Antidumpingzölle in Höhe von 9,3 Prozent eingeführt. Die Maßnahmen sind mit Veröffentlichung im EU-Amtsblatt am 2. Juni 2010 in Kraft getreten. Die Dumping-Vorwürfe gegen Südkorea und Taiwan wurden fallengelassen.

Im September 2009 hatte die Kommission ein Untersuchungsverfahren zu Garnimporten aus den fraglichen Ländern eingeleitet. Der europäische Chemiefaserverband CIRFS, der stellvertretend für drei Filamentgarnhersteller bei der EU-Kommission geklagt hat, wollte „erhebliche Dumpingspannen“ errechnet haben.

Bei Südkorea und Taiwan wurden nur marginale Dumpingspannen festgestellt, die unter der Geringfügigkeitsschwelle von 2 Prozent liegen. Daher wurden die Länder von den Maßnahmen ausgeklammert. Für bestimmte chinesische Firmen wurden geringere Antidumping-Zollsätze festgelegt (7,7 bzw. 8,9 Prozent). Auf Garne der Firma Hailide werden überhaupt keine Strafzölle erhoben. Für alle Firmen, die nicht gesondert in der Verordnung aufgeführt sind, wurde ein Zollsatz von 9,3 Prozent festgesetzt. Die Maßnahmen gelten für sechs Monate. Bis Dezember müssen die EU-Mitgliedstaaten darüber entscheiden, ob endgültige Maßnahmen eingeführt werden. Diese wären dann für fünf Jahre gültig.

Hochfeste Polyestergarne werden in zahlreichen textilen Anwendungen eingesetzt, insbesondere im technischen Bereich. Über Sicherheitsgurte, Ladungssicherungssysteme, Geo-Grids und Schutznetze im Auto bishin zu hochwertigen Nähfäden basieren zahlreiche Produkte auf den Filamenten. Das fragliche Garn ist in der EU jedoch knapp, manche Typen stehen überhaupt nicht zur Verfügung und müssen importiert werden. Durch Restrukturierung und Verlagerung der Filamenthersteller steht dem gerade in Deutschland wachsenden Bedarf ein immer geringeres Angebot gegenüber. Zahlreiche Verwender hatten sich daher gegen die Einführung von Maßnahmen gewehrt. Im Falle Chinas sind Antidumpingzölle in Höhe von zig Prozent keine Seltenheit und können den Einsatz der betroffenen Ware schnell unrentabel werden lassen.