Antistatische Schutzbekleidung

Neuartige Strukturen als Alternative zu Carbon-Filamenten entwickelt

Alternativen zu antistatischen Textilien auf Basis von Carbon-Filamenten entwickelten Wissenschaftler des Be-kleidungsphysiologischen Instituts Hohenstein (BPI), des Sächsischen Textilforschungsinstituts STFI) und des Thüringischen Instituts für Textil- und Kunststoff-Forschung (TITK) im Rahmen eines Forschungsprojektes (AiF-Nr. 14662). Die Forscher untersuchten verschiedene, eigens entwickelte, elektrisch leitfähige Cellulose-Stapelfasern, Mischgarne und Cellulose-Filamente auf ihre Eignung zur Herstellung von Schutzbekleidung.

Produziert wurden die antistatischen Multifilamente und Stapelfasern nach einem modifizierten Lyocell-Verfahren. Der Spinnlösung wurde leitfähiger Ruß in verschiedenen Mengenanteilen http://zugegeben.Die leitfähigen Filamentgarne wurden in der Folge in Kettrichtung in ein Polyester-Trägergewebe eingebracht. Die leitfähigen Stapelfasern wurden als Stapelfasermischgarn direkt zu entsprechenden Geweben http://verarbeitet.Die Waschbeständigkeit der neu entwickelten leitfähigen Lyocell Stapelfaser- und Filamentsysteme erwies sich bei Kontrollen als sehr hoch. Die elektrischen Eigenschaften der geprüften Faser- und Filamentstrukturen blieben innerhalb der durchgeführten 100 Waschzyklen nahezu konstant. Daran änderten auch teilweise mechanisch bedingte Schädigungen nichts, die bei den Filamentmaterialien, wohl aufgrund der relativ geringen Elastizität ab ca. 60 Waschbehandlungen beobachtet wurden. Als mechanisch belastbarer erwiesen sich die verwendeten Stapelfasern im Mischgarn.

Aufgrund des hohen Tragekomforts bilden die entwickelten antistatischen Lyocell-Fasern für die Textilindustrie eine interessante Alternative zu den am Markt befindlichen Carbonfilamenten – und das bei vergleichbarer industrieller Waschbeständigkeit. Die Einsatzbereiche antistatischer Berufskleidung sind vielfältig: Die Fähigkeit der verwendeten Textilien elektrischen Strom abzuleiten, schützt u. a. vor hochenergetischen Ladungskonzentrationen in explosionsgefährdeten Bereichen wie Tankstellen, Chemie- und Pharmabetrieben sowie medizinischen Einrichtungen. Gleiches gilt für Orte mit starken elektrostatischen Feldern wie z. B. beim Umgang mit Schüttgütern. In der Elektronikindustrie und dem Elektrohandwerk schützt die antistatische Arbeitskleidung der Mitarbeiter Bauelemente und Geräte vor Schäden durch Ladungsübertragungen