Antisubventionsverfahren gegen Polyesterfasern

Sanktionen gegen Rohstoffe bestrafen die Produktion am Standort

Polyester

Wieder einmal drohen Handelssanktionen der EU die Preise für Polyester in die Höhe zu treiben. Kurz vor Weihnachten hat die EU-Kommission auf Antrag des europäischen Chemiefaserverbandes CIRFS ein Antisubventionsverfahren eingeleitet, das sich gegen Einfuhren von Polyesterfasern aus China, Indien und Vietnam richtet - also gegen ein Fünftel des EU-Polyesterfaserimports. Das bleibt nicht ohne Einfluss auf den Weltmarktpreis. Die Fasern werden vielfältig eingesetzt: in der Bettwarenherstellung, der Spinnerei und der Vliesstoffproduktion.

Mittelbar tangiert das Verfahren einen noch viel größeren Anwenderkreis, der von der Mode bis zur Automobilindustrie reicht. Polyesterfasern wurden in der Vergangenheit wiederholt mit satten Antidumpingzöllen belastet. Das führte zu der aberwitzigen Situation, dass Fertigwaren wie polyestergefüllte Kissen teils billiger importiert werden konnten als die dafür benötigte Rohware. Pikant dabei ist, dass ein Gutteil der Kläger auf Chemiefaserseite zwar unter EU-Flagge reist, tatsächlich aber von fernöstlichen Investoren gesteuert wird.

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