Arbeiten im Home Office

Bei der Einrichtung müssen verschiedene rechtliche Gestaltungsmöglichkeiten berücksichtigt werden

In Zeiten der Digitalisierung spielen neue Arbeitsformen eine immer größere Rolle. Oft wird dann auch der Wunsch auf die Einrichtung eines Home Office an den Arbeitgeber herangetragen. Auch für Unternehmen kann zumindest ein partielles Home Office eine gute Werbung für neue Mitarbeiter sein.

Allerdings müssen bei der Einrichtung eines Home Office auch verschiedene rechtliche Gestaltungsmöglichkeiten und Grenzen gesehen und berücksichtigt werden.

Zunächst ist besonders wichtig, dass der Arbeitsort nicht verbindlich vertraglich im Home Office, also zu Hause, vereinbart wird. Derartige fixe Vereinbarungen könnten nur bei dem Einverständnis des Mitarbeiters oder mit einer kaum praktikablen Änderungskündigung wieder aufgehoben werden. Erfolgt hier keine verbindliche Festlegung des Arbeitsortes und ist darüber hinaus auch vorzugsweise eine Versetzungsklausel vorhanden, die einen flexiblen örtlichen Arbeitseinsatz zulässt, dann kann ein einmal gewährtes Home Office jederzeit wieder aufgehoben und verlangt werden, dass die Arbeitsleistung wieder am Betriebssitz erbracht wird. Zu berücksichtigen wäre dann lediglich, ob die Tätigkeit am Betriebssitz zumutbar ist, was zum Beispiel bei einer übermäßig langen Reisezeit nicht der Fall wäre.

Keine fixen Vereinbarungen hinsichtlich des Arbeitsorts

Dies ist besonders wichtig, weil bei einer Tätigkeit von zu Hause ein größeres Missbrauchsrisiko besteht, da die Kontrolle der Arbeitsleistung schwieriger ist.

Wenn die vertragliche Regelung dann dementsprechend getroffen wurde, ist bei der Einrichtung des Home Office zu berücksichtigen, dass hier eine gewisse Verantwortlichkeit des Arbeitgebers besteht. Schließlich gilt das Arbeitsschutzrecht auch an diesem Arbeitsplatz. Insbesondere gilt auch hier die Arbeitsstättenverordnung, oder die Verordnung über Sicherheit und Gesundheitsschutz bei der Verwendung von Arbeitsmitteln. Außerdem ist der Arbeitgeber auch hier verpflichtet, eine Gefährdungsbeurteilung nach dem Arbeitsschutzgesetz vorzunehmen. Dies könnte er durch eine Kontrolle des Arbeitsplatzes selbst durchführen, jedoch nur soweit der Arbeitnehmer hier zustimmt. Alternativ und deutlich praktikabler dürfte allerdings sein, wenn die Informationen von dem Arbeitnehmer zur Verfügung gestellt werden oder diese von dem Arbeitgeber in einem Fragebogen abgeprüft werden. Auf die Richtigkeit dieser Aussage darf der Arbeitgeber dann vertrauen, soweit diese nicht offensichtlich als unzutreffend erkennbar sind.

Bei der Einrichtung des Arbeitsplatzes ist außerdem zu berücksichtigen, dass die Anforderungen des Datenschutzgesetzes ausreichend gewährleistet werden. Insbesondere muss hier sichergestellt werden, dass unbefugte Dritte keinen Zugang zu den zumeist verwendeten personenbezogenen Daten erlangen. Es ist also zumindest notwendig, dass ein entsprechender Passwortschutz des Laptops vorhanden ist um den Verpflichtungen als Arbeitgeber nach dem Bundesdatenschutzgesetz nachzukommen.

Die Kosten für die Einrichtung des Arbeitsplatzes im Home Office sind grundsätzlich von dem Arbeitgeber zu tragen. Insbesondere bei Rechnern und Laptops wird sich hier aber sowieso empfehlen, dass diese zur Verfügung gestellt und mit der erforderlichen Virenschutzsoftware ausgestattet werden. Vor allem wenn auch andere Familienangehörige den Rechner des Arbeitsnehmers nutzen, besteht sonst ein großes Sicherheitsrisiko. Soweit der Arbeitnehmer seine privaten Mittel nutzt, wird hier außerdem auch ein Anspruch auf Erstattung der Nutzungskosten durch den Arbeitgeber entstehen. Wichtig ist in diesem Fall aber, dass die Übernahme der Kosten von Telefon- und Internetanschluss in der Regel keinen geldwerten Vorteil bedeuten sondern als steuerfreier Auslagenersatz behandelt werden.

Abschließend muss noch überlegt werden, wer im Falle einer Beschädigung des überlassenen Firmeneigentums haften soll. Grundsätzlich wird auch hier die abgestufte Arbeitnehmerhaftung greifen, was bedeutet, dass der Arbeitnehmer bei vorsätzlichem oder grob fahrlässigen Verhalten voll haftet, bei leichter Fahrlässigkeit gar nicht und bei mittlerer Fahrlässigkeit eine Kostenteilung stattfindet. Keine Probleme bestehen hingegen bei der Frage der Unfallversicherung. Grundsätzlich wird bei einem Unfall im Rahmen der ausgeübten Tätigkeit von zu Hause ein Arbeitsunfall vorliegen. Nur wenn die Tätigkeit unterbrochen wird, liegt kein Arbeitsunfall mehr vor.

Insgesamt stellt somit zumindest die teilweise Ermöglichung einer Tätigkeit im Home Office eine gut gestaltbare Möglichkeit für beide Vertragsparteien dar, wenn die vorstehenden Gesichtspunkte berücksichtigt werden.