Auf der Suche nach dem schwarzen Gold

Carbonfaser-Anlage am Forschungsinstitut ITCF Denkendorf eingeweiht

"Carbonfasern sind das schwarze Gold des 21. Jahrhunderts". Damit brachte Hans Hyrenbach, der Kuratoriumsvorsitzende der Textilforschungsinstitute Denkendorf, am 13. November bei der Inbetriebnahme der neuen Carbonfaser-Forschungsanlage im Institut für Textilchemie und Chemiefasern (ITCF) die Erwartungen auf den Punkt.
Carbonfasern weisen aufgrund ihrer Leichtigkeit, Festigkeit und Steifheit ideale Eigenschaften auf, die sie unter anderem für den Flugzeugbau, die Herstellung von Windkraftanlagen, Autos oder in der Militärtechnik so begehrlich machen.

Noch weiß man in Deutschland und Europa sehr wenig über die Optimierung der Fasern. Japan dagegen hat einen Wissensvorsprung von 15 Jahren, den man mit Hilfe der neuen Denkendorfer Forschungsanlage in vier Jahren kompensieren will.
Um den "Megatrend" Carbonfasern und Faserverbundwerkstoffe nicht zu verschlafen, investierte der einzige in Deutschland produzierende Hersteller von Carbonfasern, die SGL Carbon Group, kräftig in die Anlage, die von der baden-württembergischen Landes- und der bayerischen Staatsregierung aus öffentlichen Mitteln bezuschusst wurde. Insgesamt kostet sie 1,6 Millionen Euro.
Minister Peter Hauk aus Baden-Württemberg sowie der bayerische Wirtschaftsminister Martin Zeil durchschnitten in Anwesenheit zahlreicher Gäste aus Politik, Wirtschaft, Instituten und Verbänden das stilechte Eröffnungsband aus Carbonfasern.

Mit dieser Anlage startet das ITCF Denkendorf ein Leuchtturmprojekt, in der Polyacrylnitril unter bestimmten thermischen Bedingungen kontrolliert zu Carbonfasern mit den gewünschten Eigenschaften verbrennen. Welche reproduzierbaren Bedingungen das sind, soll mit Hilfe der Einrichtung erforscht werden. Die Ergebnisse werden dann in einer Pilotanlage im Industriemaßstab umgesetzt, die die SGL in Bayern errichtet hat.