Auftaktverhandlung zur Tarifrunde 2009

Apell zu gemeinsamen Lösungen

Zum Auftakt der diesjährigen Tarifrunde hat die IG Metall heute in Bad Homburg ihre Forderungen nach einer Entgelterhöhung um 5,5 Prozent begründet. Dabei argumentierte sie in erster Linie mit dem Kaufkraftargument, wonach eine Lohnerhöhung den schwachen Konsum ankurbeln und damit die Einbußen im Ex-portgeschäft ausgleichen könne. Besonders wichtig sei der Gewerkschaft darü-ber hinaus die Forderung nach einer Übernahmeverpflichtung von Ausgebildeten. Schließlich untermauerte sie ihr Anliegen, eine Nachfolgeregelung für den zum Jahresende auslaufenden Altersteilzeittarifvertrag zu finden, um den Beschäftigten einen geregelten "Altersausstieg" zu ermöglichen.
Dagegen versuchte die IG Metall die gegenwärtige Wirtschaftskrise klein zu reden und verwies lediglich auf das bestehende tarifvertragliche Instrumentarium, mit denen in Einzelfällen betriebliche Sonderregelungen getroffen werden könnten.

Die Arbeitgeberseite hat demgegenüber sehr deutlich auf die konkrete Situation der Betriebe verwiesen. Diese werde etwa dadurch charakterisiert, dass gegenwärtig über 33 Prozent der Textil- und Bekleidungsunternehmen in Kurzarbeit seien. Eine solch außergewöhnlich schwierige Situation verlange auch nach außergewöhnlichen tariflichen Antworten, betonte Verhandlungsführer Wolfgang Brinkmann. Er forderte die IG Metall dazu auf, gemeinsam mit den Arbeitgebern Lösungen dafür zu finden, dass die Beschäftigung in den Betrieben gesichert werden könne.