Aus- und Weiterbildung unter der Lupe

Gesamtverband textil+mode veranstaltet sein erstes Hochschullehrerforum

Das erste Hochschullehrerforum des Gesamtverbands textil+mode Mitte November in Berlin war gut besucht. 40 Teilnehmer beschäftigten sich einen Tag lang mit den Themen der Hochschulbildung sowie mit dem Forschungstransfer in Bildung und Betriebe.

Welche Vielfalt die Textil- und Bekleidungsindustrie bietet, stellte Donata Apelt-Ihling, Vizepräsidentin von t+m und Südwesttextil, in ihrer Begrüßung vor. Anschließend berichtete Professorin Meike Tilebein, Zentrum für Management Research der DITF Denkendorf, über ihre Erfahrungen bei der Ingenieursausbildung an der Universität Stuttgart sowie die Auswirkungen, die der Bologna-Prozess darauf hat. Daraus leitete sie die Anforderungen an die Ausbildung ab: Hier dürfe es keine Erosion der Ansprüche an die Absolventen geben, warnte sie. Nach wie vor sei ein umfassender Kompetenzerwerb dringend notwendig. Außerdem müssten die Universitäten es schaffen, Lösungen für ein heterogenes Klientel anzubieten, möglicherweise durch ein besseres Schnittstellen- und Komplexitätsmanagement.

Mit der Frage, wie die Forschungsergebnisse in die Betriebe kommen, befasste sich Dr. Klaus Jansen, Forschungskuratorium Textil. An vier Beispielen machte er deutlich, dass trotz der vorhandenen Infrastruktur der Weg eines Forschungsergebnisses zu einem Produkt ein langer sein kann.

Der Begriff Quartäre Bildung steht für lebenslanges Lernen: Hochschulen haben den Markt der berufsbegleitenden Qualifizierung längst für sich entdeckt. Dr. Irene Selig, Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände, erläuterte in ihrem Vortrag, wie wichtig es im heutigen Berufsleben sei, dass Fach- und Führungskräfte ständig ihr Wissen aktualisieren und erweitern. Sie zeigte auf, welche Anforderungen hierbei an die Unternehmen gestellt und welche Angebote Hochschulen und Universitäten offerieren würden.

Jörg Ferrando vom Sozialpartner IG Metall zeigte schließlich die Entwicklungstendenzen von Beruflichkeit im Ausbildungsberuf, Studium und Weiterbildung. Für ihn war es besonders wichtig, die Ganzheitlichkeit einer Berufsausbildung hervorzuheben, die für die gute Qualität der Facharbeiter in Deutschland verantwortlich sei. Im Anschluss wurden in zwei Gruppen die Themen der Aus- und Weiterbildung im hochschulischen Bereich sowie ein verbesserter Forschungstransfer eingehender diskutiert.

Foto: © Sergey KhakimullinFotolia.com