Die Backcasting-Methode

Während aktuell der Anspruch an Unternehmensstrategen signifikant wächst, die rasanten Veränderungen in Technologien, Marktentwicklungen und Geschäftsmodellen nachzuvollziehen oder selbst zu treiben, sind die Methoden und Tools mit denen versucht wird, diese zukunftsweisenden Strategien zu entwickeln sehr, sehr alt. Die derzeit am meisten genutzte Strategie-Methode ist nach einer aktuellen Umfrage von Bain & Company das Benchmarking! „Das müssen wir ändern“, meint Zukunftsforscher Sven Gabor Janszky.

Zukunftsbild
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Denn jede Strategie hat zur Grundlage eine Reihe von Annahmen über Trends und Entwicklungen in Technologie, Markt, Geschäftsmodellen und Kundenerwartungen. Diese Trendannahmen werden üblicherweise zu Beginn des Strategie-Entwicklungsprozesses in einer Umfeldanalyse festgelegt. Doch wer sein aktuelles Umfeld zur Grundlage seiner Strategie macht, der erlebt regelmäßig, dass diese Strategie bereits in 12-24 Monaten wieder veraltet … zumindest immer genau dann, wenn technologische Veränderungen eintreten, die aus dem aktuellen Umfeld nicht ablesbar waren.

Das Backcasting macht genau das Gegenteil. Beim Backcasting wird die Strategie nicht aus dem heutigen Zustand nach vorn projiziert, sondern aus einem Zukunftsbild „zurückgerechnet“. Statt mit der heutigen Umfeldanalyse beginnt man den Strategieprozess mit der Erstellung eines wahrscheinlichen Zukunftsbildes seiner Branche in zehn Jahren. Rückbetrachtend aus der Perspektive des 10-Jahres-Zukunftsbildes wird dann der letzte strategische Schritt beschrieben, der im Jahr 9 gegangen wurde, um den Status des Jahres 10 zu erreichen. Danach wird der vorletzte strategische Schritt analysiert, der im Jahr 8 gegangen wurde, um den Status des Jahres 9 zu erreichen. Und so weiter … Auf diese Weise entstehen exponentiell ansteigende Strategiekurven, die sich wesentlich von den klassischen linearen 5-Jahres-Strategien unterscheiden.

Die Methode gibt es unter „Downloads“ kostenlos zum Herunterladen.