Baumwolle und Seide bevorzugt

Kleidung für Menschen mit Neurodermitis oder Psoriasis

Die Kleidung der Betroffenen stellt bekleidungsphysiologisch völlig andere Anforderungen als normale Kleidung. Wichtig ist, dass die vorgeschädigte Haut nicht durch mechanische Reizungen zusätzlich irritiert wird. Das Mikroklima der Kleidung sollte außerdem möglichst trocken sein. Das BPI Hohenstein hat in Zusammenarbeit mit der Klinik für Dermatologie Jena Trageversuche und hautsensorische Messungen vorgenommen, Zytotoxizitätstests und Untersuchungen zur antibakteriellen Wirkung von Bekleidung durchgeführt. Tendenziell bieten Polyamid und Polyester Vorteile, Textilien aus Baumwolle, Lyozell oder Seide schneiden bei Zytotoxizitätsmessungen aber nicht schlechter ab. Die antibakterielle Wirkung von Textilien hängt nicht nur vom Fasermaterial ab. Aufgrund hautsensorischer Messungen sind für Neurodermiker/Psoriatiker insbesondere Textilien mit einem Faserhauptanteil aus Seide und Baumwolle zu empfehlen, am besten in einem Interlockgestrick.
Die Trageversuche zeigten nur geringe Unterschiede zwischen den unterschiedlichen Mustern. Neurodermiker/Psoriatiker scheinen, den durchgeführten Befragungen nach zu schließen, glatte textile Oberflächen mit vielen Haaren vorzuziehen. Da die Zytotoxizität, antibakterielle Wirkung, Hautsensorik bzw. der thermophysiologische Komfort eines Bekleidungsstückes vom Neurodermiker/Psoriatiker beim Einkauf nicht erkannt werden kann, sollten Hersteller diese Eigenschaften durch besondere Produktkennzeichnungen hervorheben.
Das Ziel des Forschungsvorhabens wurde erreicht. Die Untersuchungen wurden von der AiF (Arbeitsgemeinschaft industrieller Forschungseinrichtungen) aus Mitteln des Bundesministeriums für Wirtschaft und Technologie gefördert. Der Forschungsbericht ist in gedruckter Form bei Südwesttextil erhältlich.