Beitragsexplosion einplanen

Firmeninsolvenzen lassen Beitragssatz des Pensionssicherungsvereins auf Höchstniveau steigen

Im Rahmen der Mitgliederversammlung des Pensionsversicherungsvereins (PSV) am 1. Juli wurde bekannt, dass allein die Insolvenzen im ersten Halbjahr 2009 beim Verein zu einem Schadensvolumen von rund 4 Mrd. Euro – im Vergleich 137 Mio. Euro im Vorjahr – geführt haben.

Vorstand Martin Hoppenrath kündigte an, dass bereits zur Deckung dieses Schadensvolumens für das Jahr 2009 ein rechnerischer Beitragssatz von rund 13,5 Promille des insolvenzgeschützten Betriebsrentenvolumens erforderlich sei. Demgegenüber betrug der Beitragssatz 2007 3 Promille, 2008 lediglich 1,8 Promille. Die genaue Höhe des Beitragssatzes für 2009 wird erst im November dieses Jahres festgelegt.
Auf Basis der Summe der von allen Unternehmen zum 30.09.2009 gemeldeten Bemessungsgrundlagen und dem bis dahin bekannten Schadensvolumen wird dann der Beitragssatz errechnet und die entsprechenden Rechnungen zum Jahresende hin an die Unternehmen verschickt.

Für die Liquiditäts- und Budgetplanung wird bereits schon jetzt empfohlen zumindest in Höhe des schon jetzt bekannten rechnerischen Beitragssatz Rückstellungen zu bilden, da aufgrund weiterer Insolvenzen eher noch mit einem höheren Satz zu rechnen ist.
Mit Genehmigung der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungen besteht zwar für den PSV die Möglichkeit, in den Jahren, in denen sich außergewöhnlich hohe Beiträge ergeben, zur Verringerung des Beitragsvolumens auf einen bestehenden Ausgleichsfonds zurückzugreifen.
Ebenso kann, bei im Vergleich zum vorangegangenen Kalenderjahr erhöhten Insolvenzbeiträgen, der Unterschiedsbetrag auf das laufende und die folgenden vier Kalenderjahre verteilt werden.

Eine positive Entscheidung über den Einsatz dieser Instrumente setzt allerdings voraus, dass für das Jahr 2010 ein erheblicher Rückgang der Insolvenzen prognostiziert werden kann, da ansonsten eine Verschiebung von Beiträgen in das nächste Jahr dort zu einer doppelten Belastung führt.
Die BDA hat sich bereits seit bekannt werden der hohen Beitragsbelastung gegenüber der Bundesregierung dafür eingesetzt, nach weiteren Wegen zu suchen, um den PSV und letztlich seine Mitglieder bei zukünftigen Insolvenzen weiter zu entlasten.
Die Liquidität der Unternehmen, die die derzeitige wirtschaftlich schwere Situation bislang mit Erfolg gemeistert haben, darf nicht durch explodierende Beiträge zum Pensionssicherungsverein weiter belastet werden.