Bildung ohne Grenzen

Erste internationale Konferenz tagt in Friedrichshafen

"Textile Bildung neu denken" lautete das Motto der ersten internationalen Bildungskonferenz der Textilverbände. In der Zeppelin-Universität in Friedrichshafen trafen sich dazu Vertreter aus Deutschland, Österreich und der Schweiz, um sich grenzüberschreitend mit diesem Thema zu befassen.

Fachkräftemangel, demografische Entwicklung und Kampf um Talente sind dabei nur einige Schlagwörter, denen sich die Textilindustrie heute aber auch zukünftig stellen muss. Die Kooperation der fünf Textilverbände TVS Textilverband Schweiz, Fachverband der Textil-, Bekleidungs-, Schuh- und Lederindustrie Wirtschaftskammer Österreich, Gesamtverband der deutschen Textil- und Modeindustrie, Südwesttextil, VBT Verband der Bayerischen Textil- und Bekleidungsindustrie ist dabei ein wichtiger Schritt, um auch in Zukunft gemeinsame Synergien nutzen zu können.

Die Konferenz richtete sich vor allem an Akteure der beruflichen Bildung der Branche und bot durch zahlreiche Impulsreferate einen Überblick über den derzeitigen Stand. Neueste wissenschaftliche Erkenntnisse der Bildungslandschaft flossen mit ein, denn auch die Schulen müssen sich neuen Herausforderungen stellen und sich fit für die Zukunft machen.

Dabei sollte vor allem die Individualität eines jeden Einzelnen und die Flexibilität der Schüler gefördert werden. "Es gibt grundsätzlich einen Ansatz, den man immer nennen muss, und das ist die Ausbildung der Pädagogen. Diese muss darauf abzielen, individuelle Leistungsvoraussetzungen der nächsten Generation zu entdecken, und nicht das Ziel haben, den Durchschnitt der Klasse anzuheben", sagte Prof. Markus Hengstschläger von der Medizinischen Universität Wien.

Die Bedeutung der Fachkräfte wird in der Textil- und Bekleidungsindustrie sehr groß geschrieben. Sie sind der Grundstein, auf dem die Unternehmen ihren Erfolg aufbauen. Entscheide man sich für eine Ausbildung in diesem Bereich, seien die Jobaussichten sehr gut, berichtete Reinhard Backhausen, Präsident des österreichischen Textil und Bekleidungsfachverbandes TBSL. Dabei seien grenzüberschreitende Betrachtungen in einem vereinten Europa unverzichtbar. Auch die internationale Bildungskonferenz in Friedrichshafen brachte zum Vorschein, wie wichtig der Austausch zwischen den Ländern ist.

Nach wie vor ist der Eintritt in die Textil- und Bekleidungsindustrie für viele junge Menschen ein attraktiver Weg in die Zukunft.

Bessere Zusammenarbeit, mehr Austausch und Kooperationen, um für die Zukunft fit zu sein - Ziele die sich die erste Internationale Bildungskonferenz in Friedrichshafen gesetzt hat und auch in Zukunft verfolgen wird.

Als Grundlage dafür dienen die Ergebnisse der Mini-Open-Space-Konferenz, die am zweiten Tag der Veranstaltung statt fand. Die Teilnehmer bestimmten ihre eigenen Themen und arbeiteten Ziele und Ideen in kleinen Gruppen aus. Nach einer gemeinsamen Auswertung in den nächsten Wochen werden die wichtigsten Ergebnisse umgesetzt.