Bildungsmonitor 2015 – Baden-Württemberg auf Rang 4

Stärke bei Internationalisierung, Zeiteffizienz, Inputeffizienz und beruflicher Bildung

Deutschland altert. Damit die Sozialsysteme die Folgen des demografischen Wandels verkraften können, muss die arbeitende Bevölkerung produktiver werden. Das wiederum setzt eine möglichst gute Ausbildung voraus. Inwieweit es den einzelnen Bundesländern gelingt, mithilfe des Bildungssystems zur Fachkräftesicherung beizutragen und Bildungsarmut abzubauen, untersucht der IW-Bildungsmonitor im Auftrag der Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft (INSM). Anhand von 93 Indikatoren werden Schulqualität, Integration, Berufsausbildung oder der Einsatz von Ressourcen ausgewertet und mit den Werten der Vorjahre verglichen. So zeigt der Bildungsmonitor, welche Bundesländer sich verbessert haben – und welche aufholen müssen.

Dieses Jahr belegt Baden-Württemberg im Bundesländervergleich Rang 4. Besondere Stärken liegen in Internationalisierung, Zeiteffizienz, Inputeffizienz und beruflicher Bildung. Doch der Bildungsmonitor zeigt auch, dass gezielte Investitionen in Ganztagesbetreuung und Integration dringend notwendig sind. Nach Ansicht der Arbeitgeber Baden-Württemberg dürfe die insgesamt gute Platzierung nicht den Blick darauf verklären, dass besonders in diesen beiden Bereichen weiterhin erheblicher Handlungsbedarf bestehe.

Karl Schäuble, Vizepräsident der Arbeitgeber Baden-Württem-berg: „Die eklatante Unterversorgung mit Ganztagesangeboten in Kindergärten ist weiterhin eine offene Flanke des baden-württembergischen Bildungssystems. Es ist inakzeptabel, dass das Wirtschafts- und Industrieland Baden-Württemberg hier die rote Laterne innehat. Wenn nicht zügig nachgebessert wird, dann werden diese Defizite zu einem immer größeren Problem für die Vereinbarkeit von Beruf und Familie und damit für die Fachkräftesituation im Land werden.“ Beim dringend notwendigen quantitativen Ausbau der Angebote in der frühkindlichen Bildung dürfe der sehr gute Betreuungsschlüssel nicht verwässert werden, forderte Schäuble.

Weiterer Handlungsbedarf ist im Bereich Integration festzustellen. Dieser wird noch dringender vor dem Hintergrund täglich ansteigender Flüchtlingsströme. Die Arbeitgeber Baden-Württemberg haben im Juli ein Maßnahmenpaket vorgeschlagen, das eine bessere und schnellere Integration von Asylbewerbern und Flüchtlingen in Ausbildung und Beschäftigung ermöglichen soll. Das Maßnahmenpaket kann im Detail auf der Internetseite http://www.suedwesttextil. de heruntergeladen werden.

Die Ergebnisse des Bildungsmonitor 2015 sind auf der Internetseite http://www.insm-bildungsmonitor.de anschaulich aufbereitet.