Bildungsplanreform 2015

Forderungen, Demonstration und Zusagen

Das Kultusministerium hat Mitte Dezember mit einer Auftaktveranstaltung im Haus der Wirtschaft in Stuttgart den Startschuss für die Bildungsplanreform 2015 gegeben. Dabei sind die Fachkommissionen, die die neuen Pläne entwickeln werden, zum ersten Mal zusammengekommen.

Sie werden bis Juli 2015 einen Bildungsplan erarbeiten, der die Grundschule und die Sekundarstufe I umfasst. Darin sollen verbindliche und gemeinsame Bildungsstandards enthalten sein, auf deren Grundlage Schüler in den verschiedenen Schularten lernen können.

Im Vorfeld hatte es Spekulationen um die Zerschlagung einzelner Fächerverbünde gegeben. Dabei befürchteten die textilen Institute an den Pädagogischen Hochschulen (PH) des Landes, dass ihr Unterrichtsfach vollständig gestrichen werden würde. Der Gesamtverband textil+mode richtete einen Brief an das Kultusministerium in Baden-Württemberg und außerdem machten sich Mitte Dezember Vertreter der PH Freiburg mit 25 Studentinnen auf nach Stuttgart, um am Veranstaltungsort für den Erhalt der Studienfächer Alltagskultur und Gesundheit und Textil und damit einhergehend für den Erhalt des Unterrichtsfaches zu demonstrieren.

Vor Beginn der Veranstaltung führten Professorin Dr. Anne-Marie Grundmeier, Professor Dr. Udo Ritterbach sowie zwei studentische Vertreter der PH Freiburg ein informelles Gespräch mit Vertretern des Kultusministeriums. Es wurde ihnen versichert, dass die Inhalte des Studienfaches im neuen Bildungsplan in einem noch zu benennenden Wahlpflichtbereich verankert werden.

Für die Arbeitgeber in Baden-Württemberg müssen die künftigen Bildungspläne im Land in erster Linie die Ausbildungs- und Studienreife der Schulabgänger erhöhen. "Die Sicherung der Grundbildung und die feste Verankerung der Berufsorientierung in den Bildungsplänen sind dabei Kernelemente, die die Zukunftsperspektiven junger Menschen entscheidend verbessern", sagte Peer-Michael Dick, Hauptgeschäftsführer der Landesvereinigung Baden-Württembergischer Arbeitgeberverbände, anlässlich der Auftaktveranstaltung. "Entscheidend sind vielmehr die besten pädagogischen Konzepte, die Kompetenzorientierung, die richtigen Lerninhalte sowie eine überzeugende Qualitätssicherung und ein vernünftiger Umgang mit knappen Zeit- und Geldressourcen."

Foto: Petra Bork - pixelio.de