Blackbox Nanotechnik

Junge Veredelungstechnik gerät ins Kreuzfeuer öffentlicher Kritik

Für helle Aufregung sorgte Ende Oktober eine Pressemeldung des Umweltbundesamtes (UBA) die im Kontext der Veröffentlichung der Studie "Nanotechnik für Mensch und Umwelt – Chancen fördern und Risiken mindern" herausgegeben wurde. Ihre Brisanz berührte auch die Interessen der deutschen Textil- und Bekleidungsindustrie. Was war geschehen?
In der Mitteilung empfahl man von offizieller Seite, "Die Verwendung von Produkten, die Nanomaterialien enthalten und frei setzen können, sollten – so lange ihre Wirkung auf Mensch und Umwelt weitgehend unbekannt ist – möglichst vermieden werden". In der Studie versucht das UBA, das Für und Wider der Nanotechnologie aufzuzeigen und kommt in seinem Gesamturteil zu dem Schluss, dass gesetzgeberseitig die Notwendigkeit klarer Regelungen sowie eine grundlegende Untersuchung der von der Nanotechnologie ausgehenden Risiken bestehen. Die Risikoforschung in Deutschland und Europa sei weiter zu verstärken.
Diese undifferenzierte Warnung ist umso problematischer, als die Textil- und Bekleidungsindustrie einerseits mit der Nahrungsmittel- und Kosmetikindustrie gleichgesetzt wird, andererseits sehr viel unternimmt, um ihre Produkte unter anderem auch unter Einsatz nanoskaliger Veredlungstechniken mit Zusatznutzen auszustatten.
Problematisch ist auch die Reaktion der Pressemedien, die diese Studie aufgegriffen und interpretierend mit dem Tenor "Umweltbundesamt warnt vor Nanotechnologie" wiedergegeben haben.
Das Positionspapier des Umweltbundesamtes kann unter http://www.umweltbundesamt.de heruntergeladen werden.