Brinkmann tritt auf Euphoriebremse

Verteilungsspielraum denkbar gering – IG Metall will fünf Prozent mehr

"Ich spreche nicht von Aufschwung, sondern von Aufholen", betont Wolfgang Brinkmann, Verhandlungsführer der Arbeitgeber in den bevorstehenden Tarifverhandlungen der Textil- und Bekleidungsindustrie. Auf der Mitgliederversammlung des Gesamtverbands textil+mode am 2. Dezember in Berlin warnte er deshalb vorsorglich die IG Metall vor einer überzogenen Erwartungshaltung.

Nach dem Rückschlag Ende 2008 und nach dem Krisenjahr 2009 seien zweistellige Umsatzzuwächse erforderlich, um die erlittenen Einbußen der Betriebe wieder wettzumachen. Außerdem habe die Kurzarbeit nur deshalb finanziert werden können, weil die Unternehmen vor der Krise genügend Eigenkapital aufgebaut hätten. Dieses müsse nun erst wieder aufgestockt werden.

Brinkmann verwies auch auf die massiven Preiserhöhungen für Energie und Rohstoffe und die Risiken aus der gesamtwirtschaftlichen Lage. So dürften die Wechselkurspannungen und die noch nicht überwundene Schuldenkrise innerhalb der EU nicht unberücksichtigt bleiben. Nach allem bleibe ein Spielraum allenfalls für nur mäßige Entgelterhöhungen, resümierte der Verhandlungsführer.

Unterdessen ist von der IG Metall zu hören, dass sie eine Entgeltforderung von fünf Prozent erheben will. Damit bleibt sie um 0,5 Prozent unter ihren Forderungen aus den letzten beiden Tarifrunden in den Jahren 2008 und 2009.

Die wieder auf Bundesebene geführten Verhandlungen beginnen noch während der Ende Februar auslaufenden Friedenspflicht. Die ersten beiden Verhandlungstermine sind für den 9. und 21. Februar anberaumt. Für den 25. Februar wird Südwesttextil seinen Sozialpolitischen Ausschuss einberufen, um den aktuellen Verhandlungsstand zu erörtern.