Sauberes Wasser für Uganda

Verunreinigtes Wasser macht krank und führt häufig zum Tod. In manchen Regionen Ugandas sind Keime im Wasser sogar eine der häufigsten Todesursachen. Kein Wunder, denn eine kommunale Wasserversorgung gibt es so wenig wie eine Kanalisation oder Klärwerke. Aber es tut sich etwas. Auch dank des Südwesttextil-Mitglieds Cotonea/Gebr. Elmer & Zweifel.

Der Regen, der sintflutartig vom Himmel rauscht, spült Exkremente von Mensch und Tier fort. Das Land am Äquator ist zwar sehr fruchtbar, trotzdem sind die Menschen arm. Die Bevölkerung wächst rasant, sie verdoppelt sich etwa alle 20 Jahre. Und der Norden Ugandas, in dem die Bio-Baumwollprojekt von Cotonea/Gebr. Elmer & Zweifel liegt, hat 2016 mehr als eine Million Flüchtlinge aus dem Südsudan aufgenommen. Doch trotz aller Widrigkeiten: Die Menschen denken positiv – und investieren in ihre Zukunft.

„Dynamik und Eigeninitiative, die „unsere“ Bauern – und vor allem die Bäuerinnen! – in allen vier besuchten Kooperativen an den Tag legen, haben mich sehr positiv überrascht“, freut sich Cotonea-Geschäftsführer Roland Stelzer nach seinem letzten Aufenthalt in Uganda. Überall werden mithilfe von Fairtrade-Prämien Schulgebäude, Entbindungsstationen und Brunnen gebaut. So investieren die Menschen in eine bessere Zukunft. Mit einem Teil der Fairtrade-Prämien werden – wie in der Region Alero – saubere Trinkwasserquellen erschlossen. So entstanden bereits zahlreiche Brunnen in der Nähe der Dörfer, so dass Frauen und Kinder keine langen Wege mehr zurücklegen müssen, um Wasser zu holen.

„Diese Initiative wollen wir unterstützen und haben die Finanzierung von drei weiteren Brunnen zugesichert“, sagt Roland Stelzer. Allerdings weiß momentan niemand, wann es losgehen kann, denn die Mühlen in Afrika mahlen langsam. Eigentlich wünschen sich alle, dass es schmutzige Wasserlöcher bald nicht mehr gibt, aber weil die Brunnen letztlich über die Gewinne aus dem Projekt finanziert werden müssen, vergehen bis dahin vermutlich leider noch einige Jahre.

Seit der Gründung einer Village Savings and Loan Association (VSLA) sind Frauen ihren Männern auch nach außen gleichgestellt. Mit Mikrokrediten kaufen sie Kühe oder Hühner, können Milch, Eier und irgendwann auch Fleisch verkaufen und ihre großen Familien ausgewogen ernähren. Ganz nebenbei entsteht ein wichtiger Kreislauf, denn der Bio-Landbau braucht zwingend den Dung von Tieren. Die VSLA-Kooperative ist genossenschaftlich organisiert. Jeden Freitag werden Probleme und Erfolge besprochen. Wer zu spät zu den Treffen kommt, muss zahlen – was revolutionär ist für Afrika, wo man gern eine Stunde oder mehr zu spät kommt. Auf diese Weise entsteht ein starker Zusammenhalt, der schon mal dazu führt, dass chinesische Händler scheitern, wenn sie billig Land oder Ernten aufkaufen wollen.

„Die Stärkung dieser Kooperativen ist uns ein sehr wichtiges Anliegen. Sie werden dazu beitragen, die Zukunft der gesamten Region zu stabilisieren“, ist sich Roland Stelzer sicher – und wünscht sich gleichzeitig, dass eine solche Bewegung ganz Afrika erfasst. „Damit ließen sich nicht nur Flucht und Migration vermeiden, sondern auch die Abhängigkeit von großen internationalen Konzernen oder fremden Regierungen.“