Cotonea und die UN-Nachhaltigkeitsziele

Der Bempflinger Spezialist für Bio-Baumwolle zeigt auf, wie die SDGs 4 und 5 in der Praxis umgesetzt werden.

SDGs 4 und 5

Die Vereinten Nationen (UN) haben sich auf 17 globale Nachhaltigkeitsziele (Sustainable Development Goals - SDGs) verständigt, um die Erde zu einem besseren Ort zu machen. Bis 2030 sollen sie umgesetzt sein. Auch Cotonea setzt die 17 SDG-Ziele um, wo immer das möglich ist.

SDG 4: Hochwertige Bildung. So setzt Cotonea sie in seinen Projekten konkret um

Hochwertige Aus- und Weiterbildung in Sachen ökologischer Anbau sind in Biobaumwoll-Projekten überlebenswichtig. Ökologische Landwirtschaft erfordert viel spezielles Know-how. Fehler führen zu Ertrags- und Qualitätseinbußen. Die Aus- und Weiterbildungen in den ökologischen Cotonea-Projekten sind systematisiert und bilden das gesamte Wissen ab: vom Urbarmachen der Felder über die Vorbereitung der Böden und das Düngen bis hin zur ökologischen Schädlingsbekämpfung. Selbst das Ausbringen der Saat erfordert spezielles Wissen (Tiefe, Abstand und Anzahl der Saatkörner), und auch der richtige Umgang mit Wasser spielt eine große Rolle.

Cotonea lässt seine Bio-Baumwolle in Uganda und Kirgistan anbauen. Im Uganda-Projekt beispielsweise schulen gut ausgebildete Agrarspezialisten die Field Officer. Diese schulen die Lead Farmer und diese wiederum die Dorf-gemeinschaft. Es gibt also eine sehr gut organisierte und funktionierende Aus- und Weiterbildungskette.

Bildung ist in vielen Entwicklungsländern leider nicht selbst-verständlich. Die Menschen müssen um deren Bedeutung für die Zukunft ihrer Kinder wissen, damit die Erwachsenen sie in die Schule schicken. Auch dazu hält Cotonea in den Projekten an. Dieser Aspekt wird auch in der Fair for Life-Zertifizierung überprüft.

Auch der Umgang mit Geld ist ein Baustein der Bildung. Ihn erlernen Bauern und Bäuerinnen über die Village Save and Loan Associations (VSLAs), also die Genossenschaften der Dorfgemeinschaften.

Die fairtrade-Prämie spielt in ökologischen Projekten grundsätzlich eine große Rolle. Die Bäuerinnen und Bauern der Dorfgemeinschaft der Projekte bauen, erweitern oder sanieren z.B. damit ihre Schulen. In den Projekten ist auch die koedukative Primarbildung gewährleistet. Leider kann das ugandische Schulsystem aufgrund der Armut des Landes, der hohen Geburtenrate und der großen Entfernungen nicht allen Kindern eine gute Sekundar- bzw. Tertiärbildung ermöglichen. Allerdings profitieren dort die Frauen über die Saisonarbeit davon, Ersparnisse zurückzulegen, um zu studieren.

Eine institutionelle vorschulische Bildung gibt es weder in Uganda noch in Kirgistan. Kinder unter sechs Jahren spielen und lernen von und mit der Gemeinschaft.

Die Beiträge zum Erreichen SDG 4-Ziele der UN (Hochwertige Bildung) sind in den Entwicklungsländern, in denen Cotonea arbeitet zusammengefasst diese:

  • Systematische Aus- und Weiterbildungskette in Sachen ökologischem Anbau: Gut ausgebildete Agrargarspezialisten schulen Field Officer, diese die Lead Farmer und diese wiederum die Dorfgemeinschaft.
  • Über die Village Save and Loan Association (VSLA = Dorfgemeinschaft) erlernen die Menschen den Umgang mit Geld.
  • Die Fairtraide-Prämie wird für den Bau und die Sanierung von Schulen verwendet.
  • Frauen können aufgrund der Saisonarbeit in den Cotonea-Projekten Ersparnisse bilden, um zu studieren.

SDG 5: Gleichstellung von Frauen und Männern – Wie trägt Cotonea in seinen Projekten zum Erreichen dieses Zieles bei?

Die Schaffung gleicher Rechte und Möglichkeiten von Mann und Frau wurde in den Baumwoll-Projekten Kirgistan und Uganda durch Cotonea initiiert und sie werden durch die Kooperativen vor Ort organisiert. Entlohnung und Chancen von Männern und Frauen sind gleich und unterscheiden sich in beiden Ländern nicht.

Aber diese Rechte sind, wie überall auf der Welt, geprägt von Kultur und Tradition. So ist z.B. Uganda in Bezug auf Frauen in Führungspositionen weiter entwickelt als Kirgistan. Trotzdem liegt in den beiden Cotonea-Projekten der Anteil an Farmerinnen bei über 40 Prozent.

Die Ideen für Investitionen entwickeln vor allem die Frauen und ergreifen die Initiative, sie umzusetzen. Das zeigt sich in Uganda in den Dorfkooperativen, der Village Save and Loan Association (VSLA). In den Kooperativen entscheiden Männer und Frauen gleichberechtigt über die Verwendung der Fairtrade-Prämie, über Ersparnisse, über die Aufnahme von Krediten, die Vergabe von Mikro-krediten und Investitionen. Oft ist die Meinung der Frauen ausschlaggebend für die Verwendung der Fairtrade-Prämie, und sie plädieren typischerweise eher für Investitionen – z.B. in den Bau von Schulräumen und Brunnen für sauberes Trinkwasser oder in die Unterstützung von Entbindungsstationen in Krankenhäusern. Frauen ergreifen auch eher die Initiative, Mikrokredite aufzunehmen, um damit Kälber oder Hühner anzuschaffen. Dann können sie später Milch, Eier oder Fleisch verkaufen, was zwar mehr Arbeit aber auch und ein zusätzliches Einkommen bedeutet.

Generell gilt, dass alle Kinder die gleiche primäre Schulbildung erhalten sollen, was auch weitestgehend gegeben ist. Dadurch sind auch die Bildungschancen gleich.

Diskriminierung und Gewalt sind innerhalb der Dorfgemeinschaften nicht sehr verbreitet.

Zusammengefasst trägt Cotonea zum Erreichen der SDG 5-Ziele der UN (Gleichstellung von Männern und Frauen) in seinen Projekten in Entwicklungsländern bei:

  • Entlohnung und Chancen von Männern und Frauen sind gleich.
  • Der Anteil an Farmerinnen liegt in beiden Projekten bei über 40 Prozent.
  • In der Village Save and Loan Association (VSLA = Dorfgemeinschaft) haben Männer und Frauen gleiche Rechte und Pflichten. Die Verantwortung für Ersparnisse und Kredite tragen Männer und Frauen gemeinsam. Die VSLA ermöglicht Frauen ein eigenes Einkommen und Eigenständigkeit.
  • Wenig Diskriminierung und Gewalt.
  • Gleiche Bildungschancen