Das Netzwerk zählt

Cluster-Workshop „Faserbasierte Werkstoffe – aus der Tradition in die Zukunft“

Am 7. Juli organisierte das Steinbeis-Europa-Zentrum gemeinsam mit der Allianz Faserbasierte Werkstoffe Baden-Württemberg (AFBW) im Haus der Wirtschaft in Stuttgart einen Cluster-Workshop zum Thema faserbasierte Werkstoffe. Im Rahmen der Veranstaltung wurden vor allem die Zukunftsperspektiven der Querschnittstechnologie beleuchtet.

In seiner Begrüßung betonte Günther Leßnerkraus, Ministerialdirigent im Wirtschaftsministerium Baden-Württemberg, die Bedeutung der faserbasierten Werkstoffe für Baden-Württemberg, denn rund 70 Prozent der Innovationen stehen im direkten Zusammenhang mit Neuerungen im Werkstoffbereich.

Professor Dr. Heinrich Planck vom Institut für Textil- und Verfahrenstechnik in Denkendorf stellte die AFBW mit ihrer Zielsetzung und Ausrichtung vor: Faserbasierte Werkstoffe seien ein wesentlicher Treiber für Innovationen in zahlreichen Branchen. Chancen für neue Entwicklungen eröffneten sich dabei in allen Stufen der Wertschöpfung, von thermoplastischen Elastomeren bis hin zu funktionalisierten Kunststoffen zur Herstellung hochwertiger Bauteile für viele Industrien und den Maschinenbau. Als branchenübergreifendes Netzwerk biete die AFBW eine Plattform für den Dialog und Wissenstransfer von Unternehmen, Wissenschaftlern und Politik.

Dr. Björn Sautter, Steinbeis-Europa-Zentrum, ging in seinem Vortrag auf die Trends der Clusterentwicklung in Europa ein und stellte die Frage nach den Schlüsselfaktoren für eine erfolgreiche Gestaltung der Zukunft. Dr. Klaus Jansen, Forschungskuratorium Textil, zeigte in seinem Vortrag die Zukunftsperspektiven und die neuen Märkte für faserbasierte Werkstoffe.

Die Technologie rund um Fasern habe wenig mit der traditionellen Textilindustrie gemeinsam und sei ein Hoffnungsträger für den Innovationsstandort Baden-Württemberg. Bei der Neuorientierung des Sektors bieten Netzwerke für kleine und mittlere Unternehmen eine hilfreiche Unterstützung.

Über die Mission und Strategie des Clusters Technische Textilien in Rhone-Alpes (Techtera) berichtete Anne Masson, Techtera International & Communication Manager. Sie erläuterte Methoden und Erfahrungen aus ihrem Netzwerk.

In der Podiumsdiskussion unter dem Motto „Zukunftschancen für faserbasierte Werkstoffe in Baden-Württemberg“ kristallisierte sich besonders die Frage nach dem Vertrauen in Netzwerken als entscheidend heraus. Christoph Larsén-Mattes, Vorsitzender der AFBW und Geschäftsführer der Mattes & Ammann GmbH & Co. KG, hob neue Kontakte als Mehrwert der AFBW für sein Unternehmen hervor und ging auf die Vertrauensfrage in Sinne eines unternehmerischen Risikos ein.

Der Leiter der Hohenstein Institut für Textil-innovation, Prof. Dr. Stefan Mecheels, erläuterte die lange Tradition der Textilbranche in Baden-Württemberg und die dadurch entstandenen Kompetenzen, die Basis für die Innovations- und Zukunftsfähigkeit seien. Aus Sicht eines Anwenders präsentierte Dr. Dietmar Völkle, Diehl Aircabin GmbH, neue Anwendungsgebiete der faserbasierten Werkstoffe im Kabinenbau der Luftfahrt. Das Unternehmen sei offen für neue Ideen und setze auf die Technologie der Fasern.