Demografie-Tarifverhandlungen Textil- und Bekleidungsindustrie

Tarifparteien trennen sich erneut ohne Ergebnis

Auch in der dritten Verhandlungsrunde, die am 11. November in den Abendstunden in Mainz zu Ende ging, gab es keine Einigung zwischen den Arbeitgebern der Textil- und Bekleidungsindustrie und der IG Metall. Verhandelt werden derzeit neue Demografie-Tarifverträge. Im Mittelpunkt der Verhandlungen steht nach wie vor die Forderung der IG Metall nach einer verpflichtenden Altersteilzeit. Die Arbeitgeber lehnen eine solche Verpflichtung der Betriebe ab und verlangen stattdessen eine Freiwilligkeit bei der Einführung einer solchen Maßnahme. Nicht alle Firmen der Branche seien wirtschaftlich in der Lage, eine Altersteilzeit, wie von der IG Metall gefordert, einzuführen.

Die Arbeitgeber kritisierten die Verweigerungshaltung der IG Metall, sich mit den unterbreiteten Lösungsvorschlägen auseinanderzusetzen. Die Gewerkschaft zeige keinerlei Interesse an einem ausgewogenen Verhältnis von Be- und Entlastung der Betriebe. „Die Warnstreiks, mit denen die IG Metall aktuell versucht, uns unter Druck zu setzen, halten wir für nicht angemessen. Wir versuchen ein für beide Seiten sinnvolles Ergebnis zu verhandeln. Warnstreiks tragen dazu nichts bei“, sagt Wolfgang Brinkmann, Verhandlungsführer der Arbeitgeber. Von den Arbeitgebern war bereits in der letzten Tarifrunde am 28.10.2013 ein Demografie-Paket an die IG Metall übergeben worden, das die Gewerkschaft abgelehnt hatte.

Ein nächster Verhandlungstermin wurde nicht festgesetzt.

Die deutsche Textil- und Bekleidungsindustrie ist mit etwa 1200 Unternehmen und 400.000 Beschäftigten im In- und Ausland die zweitgrößte Konsumgüterindustrie. Deutsche Textil- und Modeunternehmen erwirtschaften einen Umsatz von rund 28 Milliarden Euro (davon 60 % Textil, 40 % Bekleidung) und sind damit in Europa führend. Textilunternehmen sind wichtige Zulieferer für Branchen wie Automobil, Luft- und Raumfahrt, Medizin, Geotechnologie etc. Der Gesamtverband textil+mode (t+m) ist der Dachverband der deutschen Textil- und Modeindustrie. t+m vertritt die Interessen der Branche in unterschiedlichen Bereichen der Wirtschaftspolitik mit Büros in Berlin und Brüssel sowie Kooperationsbüros in Moskau und Shanghai.

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