Der Wandel in Asien

Vortragsveranstaltung in der Gatex

Vortragsveranstaltung Gatex

Mitte April veranstaltete der Förderverein der Gatex und der Verein Deutscher Textilfachleute VDTF Regionalgruppe Südbaden einen Vortragsabend und rund 40 Gäste folgten der Einladung.

Rainer Tüxen, Geschäftsführer der RotaSpray GmbH, präsentierte den Zuhörern in seinem Vortrag die Vorzüge der Rotationszerstäubung in der Ausrüstung und Färberei für die Textil- und Vliesstoffindustrie. Durch Rotationszerstäuber werden Auftragsmengen von 12 bis 125 Prozent erreicht, wodurch sich die durch Wärme abzuführende Menge an Wasser drastisch reduziert. Erreicht wird dies durch das Zerstäuben der Auftragsflotte in sogenannte Mikrotropfen, die dann entsprechend der Auftragsart in die Fasern eindringen oder sich an der Außenfläche anlagern oder zwischen diesen beiden Varianten. Die Rotationszerstäubung eignet sich für das Aufbringen von Appretur-Chemikalien wie auch für das Färben.

Wie sich die Rolle des asiatischen Marktes derzeit wandelt, erläuterte der Chefökonom im Schweizerischen Gewerbeverband, Dr. Henrique Schneider. Aus Japan kämen in den letzten 15 Jahren keine wirklichen Innovationen mehr, so der Asienexperte. Dafür würde aus der Alterspyramide eine Säule - das Resultat wäre eine Abnahme der Produktivität. Auch das Bildungssystem funktioniere im ostasiatischen Inselstaat nicht mehr richtig. In China hingegen ersetze Wohlstand die politischen Rechte. Durch vermehrte Urbanisierung würde mehr Konsum erzeugt, der durch die eigene Wirtschaft nicht mehr befriedigt werden könne. Demgegenüber stünden 300 Mio. Menschen in China am unteren Ende der Einkommensskala und stellten ein Gefährdungspotenzial dar. Die Mittelschicht nähme im Durchschnitt um 4 Prozent zu, allerdings auf Kosten der Produktivität, die geringer ausfalle und dies trotz steigender Reallöhne. Im Vergleich dazu sei in Singapur die Einkommensverteilung beim Mittelstand relativ gleichmäßig. Taiwan wiederum sei für die Ernährung der chinesischen Bevölkerung überlebenswichtig, da die Landwirtschaft im eigenen Land stagniere. Eine Sonderstellung würden die Philippinen einnehmen, da sie sich vor allem auf den Maschinen- und Anlagenbau konzentriert hätten.

Beim anschließenden Imbiss nutzten die Teilnehmer die Möglichkeit, sich in persönlichen Gesprächen auszutauschen.