Die Geheimnisse der Abstandsrundgestricke

Forschungsprojekt der Maschen-Forschungsgruppe erfolgreich abgeschlossen

Die Trennung ist nahezu perfekt: Ein Maschenstoff produzierender Betrieb ist entweder Wirkerei oder Strickerei. In den seltensten Fällen findet man beide Techniken in einem Betrieb. Zu unterschiedlich ist das notwendige Know-how, um Spezialitäten wirken oder stricken zu können. Abstandstextilien sind Spezialitäten.

Bisher waren die Abstandsgewirke mit ihren vielseitigen Einsatzgebieten, der Name verrät es schon, eine Domäne der Wirkerei. Reine Rundstrickereien waren somit von der Herstellung allein aus produktionstechnischen Gründen ausgeschlossen.
Doch das ist Vergangenheit. Dank der Forschungsarbeiten der Maschen-Forschungsgruppe am ITV Denkendorf kam jetzt Licht ins Dunkel der bisher geringen Erfahrungsbasis. Die komplexen Zusammenhänge beim Stricken und Veredeln und die Entwicklung gezielter Eigenschaften von Abstandsrundgestricken waren ziemlich unsicher. Die theoretisch denkbare Möglichkeit, Abstandstextilien auch auf der Rundstrickmaschine herzustellen, wurde erstmals wissenschaftlich untersucht.

Im Fokus standen alle Parameter, die für die Eigenschaften eines Gestricks maßgebend sind, wie beispielsweise Strickbindung und Maschendichte. Variiert wurden ebenso die Einflussfaktoren, mit denen bestimmte Flächeneigenschaften festgelegt werden – Polymerart des Abstandsmonofils, dessen Durchmesser, Biege- und Schrumpfverhalten.

Die Forschungsergebnisse zeigen, dass ein gewünschter Warenausfall und reproduzierbare Produktionsabläufe möglich sind und eine definierte Herstellung von Abstandsrundgestricken nicht mehr nur Wunschdenken ist. Mit diesen Erkenntnissen kann nun auch eine Strickerei z. B. im Marktsegment der Technischen Textilien neue Produktionspotenziale erschließen und zusätzliche Marktnischen besetzen.

Das Forschungsziel wurde erreicht. Der Forschungsbericht des Forschungsprojektes AIF 14765 N kann als Printversion bei Diplom-Ökonom Walter Holthaus angefordert werden.