Die Jugend von heute …

PH-Werte: Die Kolumne von Südwesttextil-Hauptgeschäftsführer Peter Haas

Hauptgeschäftsführer Peter Haas
Foto: Hauptgeschäftsführer Peter Haas

Die Klage über den Nachwuchs ist so alt wie die Menschheit. Manieren, Aussehen, Fähigkeiten – zu jeder Zeit haben sich junge Menschen den Erwartungen ihrer Eltern widersetzt. Die Klage unserer Tage über die „Jugend von heute“ richtet sich jedoch nicht gegen ein bewusst oppositionelles Verhalten der Pubertierenden – sondern bezieht sich eher darauf, dass es von der „Jugend von heute“ immer weniger gibt. Und die, die es gibt, widersetzen sich nicht bewusst den Erwartungen – sie können einfach nicht anders. Die Folge jahrelanger Verfehlungen von Elternhäusern und Schulen.

Der Reihe nach: Fakt ist, dass – deutschlandweit und branchenübergreifend – in jedem dritten Ausbildungsbetrieb Stellen offenbleiben. Viele auch unserer Mitglieder bekommen gar keine Bewerbungen mehr. Und die Lage spitzt sich zu. Denn die Bewerbungen, die man bekommt, werden schlechter. Nicht nur, dass Betriebe ab diesem Jahr erstmals mit Zeugnissen von Gemeinschaftsschulen konfrontiert werden, die mehr Arbeit machen, weil sie keine Noten mehr aufweisen, sondern Leistungsbewertungen, deren Lektüre zwangsläufig länger dauert (Südwesttextil hält dazu ein Infoblatt für Ausbilder bereit). Die meisten Ausbilder aus Unternehmen der baden-württembergischen Textil- und Bekleidungsindustrie klagen vor allem über mangelhafte Mathekenntnisse, einer ging noch weiter und sagte uns kürzlich: „Immer mehr Bewerber tun sich schwer, logisch zu denken.“

»Immer mehr tun sich schwer, logisch zu denken.«

Was tun? In der Ausbildung nachbessern, was in der Schule versäumt wurde? So misslich das ist – ja, wir müssen da ran. Südwesttextil und Gatex werden dazu Angebote machen. Außerdem müssen wir noch mehr in allen Schulformen für die berufliche Bildung werben. Auch Gymnasiasten müssen wissen: Hochschule ist nicht immer der beste Weg. 100 000 Studienabbrecher jedes Jahr zeigen das. Und die Betriebe sind aufgerufen, noch engagierter „rauszugehen“, für sich zu werben, sich zu vernetzen, mit Schulen, Sportvereinen und anderen Stätten, wo man „die Jugend von heute“ trifft. Vor allem im Internet – noch immer nutzen nicht alle Ausbildungsbetriebe das Web-Portal unserer Nachwuchskampagne „Go Textile!“. Jede Firma kann sich dort kostenlos vorstellen. Auch wir nutzen jede Gelegenheit zur Werbung für eine berufliche Zukunft in Textil – kürzlich erst in einer Schule in Mannheim. Die Lehrerin hat sich die Adresse http://www.go-textile.de direkt notiert…