Die Marke macht den Unterschied

Neue Studie der Hochschule Reutlingen zeigt Erklärungsansätze zum Greenwashing auf

Die Hochschule Reutlingen hat die Ergebnisse einer Studie zur Wirkung der Nachhaltigkeitsaktivitäten von Textilunternehmen veröffentlicht. Die in der aktuellen Ausgabe des „International Journal of Business and Commerce“ der Asian Society of Business and Commerce Research veröffentlichten Ergebnisse zeigen auf, dass die Marke den Verbraucher stärker beeinflusst als die tatsächlichen nachhaltigen Aktivitäten in einem Unternehmen.

Für ein Experiment wurde das Beschaffungsprofil von H&M nachgestellt und systematisch verändert. Dabei wurden einzelnen Gruppen verschiedene Kombinationen aus guten und schlechten Beschaffungsländern gezeigt und diese direkt in Bezug zu H&M oder einem nichtgenannten Unternehmen gestellt. Prof. Dr. Jochen Strähle zu den Ergebnissen: „Es zeigt sich deutlich, dass die Kunden sich von der Marke in ihrer Einschätzung zur Nachhaltigkeit eines Unternehmens sehr beeinflussen lassen.“ Interessant sei allerdings, dass die Marke H&M einen negativen Einfluss besitzt. Dies bedeutet, dass H&M im Vergleich zu anderen bei gleicher Nachhaltigkeit schlechter wahrgenommen wird. „Dies erklärt auch, warum manche Unternehmen sich auf einzelne nachhaltige Kollektionen konzentrieren und nicht alles auf Nachhaltigkeit trimmen, wie z. B. die Conscious Collection von H&M“, so Deniz Köksal, Doktorand an der Hochschule Reutlingen.

Die Studienergebnisse erklären auch, wieso Unternehmen sich lieber auf Greenwashing konzentrieren, anstatt an ihrer Struktur etwas zu ändern. „Es hat einfach eine größere Wirkung auf den Konsumenten und ist mit weniger Kosten verbunden“, erklärt Strähle.

Die Hochschule Reutlingen forscht derzeit in mehreren geförderten Projekten zur Nachhaltigkeit der Textilindustrie.