Die stille Katastrophe

Ein neuer Bericht des EU-Harmonisierungsamtes für den Binnenmarkt (OHMI) beziffert die Kosten geistiger Schutzrechtsverletzungen im Bereich Textil und Mode auf jährlich 26 Milliarden Euro.

Nach Schätzung des Amtes gehen in der EU dadurch rund 500 000 Arbeitsplätze verloren. Für kleinere Firmen kann das Abkupfern ihrer Entwicklungen sogar das völlige Aus bedeuten. Auf die katastrophalen Folgen von Marken- und Designklau hat die Branche in Berlin und Brüssel immer wieder hingewiesen.

Wir brauchen ein schlagkräftiges Vorgehen gegen internationale Piraten

Silvia Jungbauer, Außenwirtschaftsexpertin von Südwesttextil

Kreativität und Innovation gehören schließlich zu ihren wichtigsten Trümpfen. Und immerhin leiden nicht nur Firmen und ihre Mitarbeiter: Dem Fiskus entgehen Einnahmen von ca. 8,1 Mrd. Euro pro Jahr. Zwar unterstützt die Politik die Opfer geistigen Diebstahls, sich besser zu schützen. Gegen die Täter wird indessen wenig unternommen. Oft agieren sie vom Ausland aus oder nutzen die Schnelligkeit, Reichweite und Anonymität von Online-Plattformen. Das EU-Parlament fordert nun von der EU-Kommission Abhilfe durch eine modernere Gesetzgebung und effektivere Kampagnen. Hoffentlich wird der Ruf gehört.