DITF produzieren Vliesstoffe für zertifizierte FFP2-Schutzmasken

Die Deutschen Institute für Textil- und Faserforschung Denkendorf (DITF) haben ihre Forschungsanlagen umgerüstet, um gemeinsam mit Partnern in den nächsten Wochen 200.000 zertifizierte FFP 2-Schutzmasken produzieren zu können.

Das Technikum des Textilforschungszentrums in Denkendorf ist eigentlich nicht für die Produktion von Vliesstoff für FFP 2-Masken ausgelegt. Das Team des Bereichs Vliesstofftechnik hat es dennoch in zwei Wochen geschafft, die Anlage so umzurüsten, dass das hergestellte Material eine Abscheideleistung auf FFP 2-Niveau erreicht. Daraus werden Masken gefertigt, die während der Corona-Pandemie von Ärzten und Pflegern, aber auch von Einsatzkräften bei der Feuerwehr und Polizei getragen werden sollen.

Die technische Ausstattung ist nicht die einzige Schwierigkeit, die das Team meistern muss. So warten die Wissenschaftler noch auf die Lieferung von Spinnvlies, in das das Meltblownvlies eingebettet wird. „Beim Ausgangsmaterial Polypropylen für das Meltblown hatten wir hingegen Glück, dieses wird nicht nur schnell geliefert, sondern uns von der Firma Borealis sogar gespendet“ erklärt Professor Götz T. Gresser, Vorstand an den DITF.

Die Schutzmasken werden von der Firma Junker konfektioniert und anschließend von der DEKRA geprüft und zertifiziert. Nach erfolgreicher Zertifizierung sollen sie an das Ministerium für Soziales und Integration Baden-Württemberg geliefert werden, das die Versorgung mit Schutzausrüstungen koordiniert. „Wir können als Forschungsinstitut keine großen Mengen produzieren, aber jede Stückzahl hilft“ betont Professor Michael R. Buchmeiser, Vorstandsvorsitzender der DITF.

Deshalb steigen die DITF nicht nur in die Produktion ein, sondern beraten bereits seit Februar Unternehmen und Organisationen auf der Suche nach geeigneten Filtermedien für textile Masken. Die Wissenschaftler informieren, welche normativen Anforderungen die Materialien erfüllen müssen und wo sie geprüft und zertifiziert werden können. Die DITF konnten darüber hinaus dem baden-württembergischen Sozialministerium den Kontakt zu einem ihrer Netzwerkpartner vermitteln, der weitere vier Millionen Mund-Nase-Schutz-Masken (MNS) liefern wird.

Die DITF nutzen auch ihre Beschaffungsinfrastruktur, um Einrichtungen, die derzeit auf dem Markt keine Schutzkleidung erwerben können, zu unterstützen. So konnten an die Gemeinde Denkendorf 1.000 MNS-Masken weitergegeben werden.