Ein Ausflug in die Innovation

Code_n New.New.Festival in Karlsruhe – es muss nicht immer Silicon Valley oder Tel Aviv sein

AFBW
Foto: AFBW

AFBW ist eine Innovationsplattform – klar, dass die Allianz, von Neugier getrieben, das größte europäische Innovationsfestival „Code_n http://New.New Festival“ vom 20. bis 22. September in Karlsruhe besuchen musste.

Immer öfter stellen sich Unternehmen die Frage, ob die interne Innovation noch ausreicht, um die eigene Firma zukunftssicher aufzustellen. Dazu müssten die Innovationspotenziale, die die eigenen Mitarbeiter einbringen könnten, voll genutzt werden. Doch ist dies möglich? Mit diesen und anderen Fragen rund um Innovation beschäftigte sich das Festival.

Offene lichtdurchflutete Räume, keine Messestände, sondern sogenannte „Start-ups locker“ über vier große errichtete Treppen verteilt, boten eine ideale Fläche, um Innovation live zu erleben. Mitmachen erlaubt! Ziel: die Besucher zusammenzuführen und eine neue Innovationskultur live zu erleben.

Alle Start-ups mussten sich über eine strenge Auswahl für diesen Event qualifizieren: Insgesamt 385 Gründer aus 40 Ländern hatten sich um den Code-n-Preis beworben. Schließlich konnten 52 von ihnen in Karlsruhe präsentieren, dass es nicht immer Silicon Valley oder Tel Aviv sein muss. Spannende und vielversprechende Ideen lieferte auch mancher europäische Entrepreneur.

Auf sechs Bühnen wurde Neues vorgestellt und auch für die faserbasierten Werkstoffe bot sich ein großes Potenzial. Etablierte Firmen wie Trumpf, Hewlett Packard Enterprises, B. Braun oder EnBW zeigten Konzepte, wie Mitarbeiterpotenziale für das eigene Unternehmen gehoben werden.

Viele spannende Geschichten von neuen Geschäftsmodellen konnte man an diesem Tag erleben: Beispielsweise der digitale Avatar von Hewlett Packard Enterprise, der als persönliches Größenmodell shoppen geht und so hilft, den lästigen Umtausch zu vermeiden. Die Idee ist fantastisch, aber wie funktioniert die Schnittstellenproblematik? Die Lösung ist gefunden – von einem Start-up. Und die kann man sich am Stand nebenan gleich anschauen.

Auf die Frage, wie die Idee zu diesem neuen Format geboren wurde, sagte Ulrich Dietz, der Chef des Stuttgarter IT-Dienstleisters GFTTechnologies und Initiator des Karlsruher Events, dass er immer wieder höre, dass Unternehmen auf die aktuellen Umbrüche nicht vorbereitet seien. Man wisse, dass Innovation auch von außen beschleunigt werden müsse, dies geschehe aber nicht.

Momentan werden im Mittelstand ca. 95 Prozent des Wertes der Produkte aus eigener Kraft geschaffen, aber die Zukunft ist ganz klar eine Synthese zwischen interner und externer Innovation. Jedoch gibt es immer noch Berührungsängste zwischen jungen Gründern und soliden Unternehmen mit langer Erfolgsgeschichte, wie sie gerade für Baden-Württemberg typisch sind. So sieht sich der Innovationsevent als Lockerungsübung, um etablierten Firmen die Offenheit und Flexibilität näherzubringen, damit Startups zukünftig selbstverständlich als Katalysator für die eigene Innovation gesehen werden.

AFBW-Geschäftsführerin Ulrike Möller: „Eine tolle Plattform, um Kontakte zu knüpfen, querzudenken und um neue Technologien zu finden, die eine interessante zukunftsorientierte Ergänzung sind. Aber man muss offen sein und in eine vollkommen andere Welt abtauchen.“ Das Erfolgsgeheimnis der Zukunft: Kooperation!

Ulrike Möller (AFBW)