E-Learning - der Trend in der beruflichen Bildung

Neuigkeiten aus der Welt der digitalen Lernmedien

Das stetig wachsende Interesse an IT-relevanten Bildungsthemen wird u. a durch die immer bedeutender werdende Learntec, die Internationale Fachmesse und Kongress für Lernen mit IT, deutlich. Anfang Februar zog es 6 685 Fachbesucher nach Karlsruhe. Dieses Jahr interessierten sich die Besucher insbesondere für digitale Lernmedien, Tools und Technologien sowie für Bildungsmanagement.

Eine Umfrage auf einer Tagung des Kuratoriums der deutschen Wirtschaft für gewerblich-technische Ausbildungsleiter Ende November verdeutlicht ebenfalls, dass das digitale Lernen ein bedeutender Trend auch in der beruflichen Bildung darstellt. Die Befragung zeigt, dass bereits 60 Prozent der teilnehmenden Unternehmen ihre Lehrlinge mit Formen des digitalen Lernens unterstützen. Weitere 23 Prozent planen, E-Learning im nächsten Jahr einzusetzen.

Hauptgründe dafür, dass Firmen die elektronischen Tools nutzen, ist der Wunsch, Berufsanfänger individuell zu fördern und das Image des Ausbildungsbetriebes zu verbessern. Am beliebtesten sind Computer Based Trainings und Web Based Trainings sowie Blended-Learning-Konzepte und Simulationen. Zudem weisen insbesondere das Mobile Learning sowie virtuelle Klassenräume und Webinare ein großes Wachstumspotenzial auf. Weniger beliebt sind hingegen Serious Games und Social Media.

Der häufigste Grund auf moderne Medien zu verzichten, sind Zweifel an der Kosten-Nutzen-Relation bzw. dem Mehrwert der Methoden. Aber auch Befürchtungen hinsichtlich der Selbstlernkompetenz der jungen Menschen oder der Medienkompetenz der verantwortlichen Personen spielen eine Rolle. Insgesamt sind 86 Prozent der Teilnehmer der Meinung, dass E-Learning in Zukunft ein wichtiger Bestandteil der betrieblichen Berufsausbildung ist.

Für einen besseren Überblick über Trends und Formen des E-Learnings ist hier ein Glossar mit den wesentlichen Begrifflichkeiten zusammengestellt:

Blended Learning
Blended Learning bezeichnet eine Lernform, die eine didaktisch sinnvolle Verknüpfung von traditionellen Präsenzveranstaltungen und modernen Formen von E-Learning anstrebt. Das Konzept verbindet die Effektivität und Flexibilität von elektronischen Lernformen mit den sozialen Aspekten der Face-to-Face-Kommunikation sowie ggf. dem praktischen Lernen von Tätigkeiten. Bei dieser Lernform werden verschiedene Lernmethoden, Medien sowie lerntheoretische Ausrichtungen miteinander kombiniert. Blended Learning zielt als Lernorganisation darauf ab, durch die geeignete Kombination verschiedener Medien und Methoden deren Vorteile zu verstärken und die Nachteile zu minimieren. Besonders wichtig ist, dass die Präsenzphasen und Online-Phasen funktional aufeinander abgestimmt sind. Durch die vorurteilsfreie Nutzung des optimalen Mediums im jeweiligen Schritt des Lernprozesses stellt Blended Learning die universellste Lernorganisationsform dar.

MOOC
Der Begriff Massive Open Online Course (MOOC) bezeichnet eine spezielle Form von Onlinekursen mit einer theoretisch unbegrenzten Teilnehmerzahl. MOOCs kombinieren traditionelle Formen der Wissensvermittlung wie Videos, Lesematerial und Problemstellungen mit Foren, in denen Lehrende und Lernende miteinander kommunizieren und Gemeinschaften bilden können. Zu unterscheiden sind dabei xMOOCs von cMOOCs. Während erstgenannte im Wesentlichen auf Video aufgezeichnete Vorlesungen mit einer Prüfung darstellen, beruhen cMOOCs auf der Idee des Konnektivismus und haben eher die Form eines Seminars oder Workshops.

Virtual Classroom
Der Begriff Virtuelles Klassenzimmer (engl. "Virtual Classroom") bezeichnet eine Form von E-Learning, bei der räumlich getrennte Lehrende und Lernende synchron oder asynchron zusammenarbeiten. Sie treffen sich im Internet auf einer Lernplattform zum Gruppenlernen oder laden sich die Aufgaben auf ihren Heimcomputer herunter.

Web Based Training
Web Based Training (WBT) stellt eine spezielle Form des E-Learning dar. Dabei wird WBT durch die Verwendung von netzbasierten Diensten als Weiterentwicklung des Computer Based Training (CBT) verstanden. Im Gegensatz zum Computer Based Training werden Lerneinheiten nicht auf einem Datenträger verbreitet, sondern von einem Webserver online mittels Internet oder Intranet abgerufen. Die Einbettung ins Netz bietet vielfältige weiterführende Möglichkeiten der Kommunikation und Interaktion des Lernenden mit den Mitlernern. Wenn das WBT von einem Dozenten moderiert wird, liegt moderiertes WBT (mWBT) vor. Im mWBT werden E-Mail, News, Chats, Materialarchive und Diskussionsforen vom Dozenten mit dem WBT verknüpft und Lernende werden durch den Dozenten zur Nutzung angeleitet und motiviert. Zusätzlich können datenintensive Audio- und Videosignale live gestreamt über synchrone Konferenzplattformen verbreitet werden.

Serious Games
Serious Games sind Computeranwendungen im Stil von PC-Games, mit denen man auf spielerische Weise lernen kann.

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