Engagiert und einfallsreich

Betriebe präsentieren der Presse ihre Ausbildungsbemühungen

Immer mehr Betriebe der Textil- und Bekleidungsindustrie im Südwesten nehmen die demografische Entwicklung zum Anlass, sich stärker um den eigenen Fachkräftenachwuchs zu bemühen. Auf der Jahrespressekonferenz von Südwesttextil war dies neben der aktuellen Wirtschaftslage ein Schwerpunktthema. Zwei Mitgliedsunternehmen schilderten beispielhaft ihre eigenen Anstrengungen zur Nachwuchsgewinnung. Der Textilveredler Lindenfarb in Aalen macht mit einem jährlich ausgerichteten Wettbewerb in den Schulen des Ostalbkreises ausbildungsinteressierte Schüler auf sein Unternehmen aufmerksam. "Aus den teilnehmenden Klassen haben wir schon einige unserer jährlich 30 Auszubildenden gewinnen können", sagte Dr. Axel Nickel, Sprecher der Geschäftsführung. Außerdem veranstaltet sein Unternehmen Textilseminare für Lehrer und beteiligt sich an Ausbildungsmessen. Am Standort Aalen beschäftigt Lindenfarb über 400 Arbeitnehmer in der Veredlung von Maschenwaren für die Automobilindustrie, andere technische Textilien und Heimtexware.

Originell geht auch die Lörracher Textilveredlung an der Wiese auf die Suche nach jungen Fachkräften. In der Stellenanzeige posieren die Auszubildenden des Betriebs wie eine fröhlich ausgelassene Popgruppe und sprechen die künftigen Kollegen in ihrer eigenen Sprache sehr direkt an. Axel Köppe, geschäftsführender Gesellschafter des 160 Mitarbeiter zählenden Unternehmens, das unter anderem wertvolle Damaststoffe, Hemdeneinlagen sowie Tisch- und Bettwäsche veredelt, kann deshalb nicht über mangelndes Ausbildungsinteresse klagen. "Wir sind in der angenehmen Lage, unter den besten Bewerbern auswählen zu können", meinte der Textilunternehmer gegenüber den Pressevertretern, der überzeugt davon ist, ohne gut ausgebildete Nachwuchskräfte seinen Betrieb nicht in die Zukunft führen zu können.

Südwesttextil-Präsident Carl F. Moll ergänzte auf der Jahrespressekonferenz, dass sich die Ausbildungszahlen in den rund 240 Textil- und Bekleidungsbetrieben im Land gegen den Trend entwickelt hätten. Während bundesweit die Zahl der Ausbildungsverträge um 3,4 Prozent zurückgegangen sei, konnten im Südwesten sogar zwei Prozent mehr Auszubildende eingestellt werden. Als Gründe dafür nannte er die besonderen Ausbildungsanstrengungen des Verbandes und die Initiativen der Betriebe selbst. So unterstützt Südwesttextil die Mitgliedsunternehmen seit vier Jahren mit monatlich 300 Euro für jeden zusätzlich geschaffenen Ausbildungsplatz und flankiert die Maßnahme mit einer eigenen Nachwuchswerbekampagne.