Erfolgreicher Auftakt des Landesnetzwerks AFBW

"Innovative textile Werkstoffe" so lautete das Motto der Auftaktveranstaltung der AFBW bei der Heidelberger Druckmaschinen AG in Wiesloch.

"Die Faser mag unscheinbar sein, aber ihre Fähigkeiten sind gewaltig. Sie wird sowohl in vielen Bereichen des Alltags eingesetzt als auch für hochtechnologische Produkte verwendet - sie ist ein Alleskönner!", erläuterte AFBW-Vorsitzender Christoph Larsén-Mattes die Möglichkeiten des Werkstoffs. "Die AFBW wurde zum richtigen Zeitpunkt am richtigen Ort gegründet. Die AFBW kann und wird Hilfestellung geben, um gemeinsam die Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmen weiter auszubauen, um Wohlstand und Beschäftigung auch künftig zu sichern. Die Landesregierung unterstützt und fördert diesen Vernetzungsprozess hier im Land aktiv", so Dr. Joachim Wekerle vom Ministerium für Finanzen und Wirtschaft.

Faserbasierte Werkstoffe sind leicht, flexibel, stabil, verträglich und können mit Sensorik verbunden werden. Entsprechend groß sind die unternehmerischen Chancen. Um Entwicklungen voranzutreiben und die Chancen des Werkstoffs bekannt zu machen, wurde die AFBW gegründet, ein Netzwerk, das großen Nutzen für alle Akteure entlang der textilen Kette und für Anwender neuartiger textiler Produktinnovationen verspricht. "Gerade das technologieorientierte Land Baden-Württemberg verfügt über ein enormes Know-how im Bereich der Faser - von der Entwicklung bis hin zur Anwendung", sagte Prof. Dr. Heinrich Planck, stellvertretender Vorsitzender der AFBW.

Einen Einblick in die Zukunft des Leichtbaus gab Heribert Wille, Leiter System Manufacturing bei der Heidelberger Druckmaschinen AG und Vorsitzender des Vereins Leichtbauzentrum Baden-Württemberg - LBZ-BW e.V. Professor Dr. Michael Buchmeiser, Direktor des Instituts für Textilchemie und Chemiefasern (ITCF) in Denkendorf, berichtete über neue Carbon- und Keramikfasern, die dank ihres außergewöhnlichen Eigenschaftsprofils großes Innovationspotenzial für vielfältige industrielle Einsatzbereiche bieten.

Professor Dr. Thomas Scheibel von der Universität Bayreuth entwickelte mit einer Arbeitsgruppe eine einzigartige Technologie, die eine großtechnische, biotechnologische Produktion der natürlicher Spinnenseide nachempfundenen Seidenproteine ermöglicht. Vor kurzem hat dazu eine Ausgründung der Technischen Universität München ihre Arbeit aufgenommen, um entsprechende Patente zu verwerten und die industrielle Anwendung von Spinnenseide zu entwickeln. Professor Dr. Anton Schenek von der Hochschule Reutlingen gab mit seinem Vortrag einen Einblick in die Welt der Naturfasern und deren Verwendung im Verbund mit anderen Materialien.

Die Themen- und Forschungsfelder des landesweiten Netzwerks AFBW betreffen viele Lebensbereiche. Im Bereich Mobilität geht es vor allem um den Leichtbau, z. B. indem neue Werkstoffe zur Gewichtsreduzierung in der Automobilindustrie eingesetzt werden. Die spezifischen Eigenschaften der Faser eröffnen neue Produktchancen im Gesundheitswesen, etwa durch die Entwicklung moderner Implantate, neue Verbandsmaterialien zur Wundbehandlung oder Fasern, z. B. für textile Nervenleitschienen. Im Bauwesen wird die Festigkeit und Haltbarkeit der faserbasierten Werkstoffe genutzt. Energieeffektiv, multifunktional und nachhaltig empfehlen sich faserbasierte Werkstoffe für immer mehr Anwendungen. Als Träger vielfältiger Funktionen ersetzen sie in vielen Einsatzbereichen bereits heute etablierte Systeme aus konventionellen Werkstoffen.