Essentiell: Sprachkenntnisse

Ablehnung eines Deutschkurses kann zur Kündigung führen

Im Rahmen eines aktuellen Urteils hat das Bundesarbeitsgericht (BAG) nun bestätigt, dass der Arbeitgeber vom Arbeitnehmer zurecht fordern darf, dass dieser in deutscher Sprache abgefasste Arbeitsanweisungen lesen und verstehen können muss.

Zu entscheiden hatten die Bundesrichter über einen Fall, in dem ein in Spanien geborener Arbeitnehmer als Produktionshelfer bei einem Unternehmen der Automobilzulieferindustrie tätig war. Zu den Anforderungen an seine Stelle zählte laut Stellenausschreibung die Kenntnisse der deutschen Sprache in Wort und Schrift.

Als sich herausstellte, dass der Kläger nicht über ausreichende Deutschkenntnisse verfügte, absolvierte er auf Kosten des Unternehmens einen Deutschkurs. Den ihm im Anschluss angebotenen Folgekurs lehnte er jedoch grundlos ab. Die von der Arbeitgeberin daraufhin ausgesprochene Kündigung verstößt nach Meinung des BAG nicht gegen das Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz und stellt keine mittelbare Diskriminierung der ethnischen Herkunft dar.

Der Arbeitgeberin sei es laut BAG in diesem Fall nicht verwehrt gewesen, vom Kläger ausreichende Kenntnisse der deutschen Sprache zu verlangen, da diese für die Tätigkeit erforderlich gewesen seien. Die von der Arbeitgeberin vorgebrachten Gründe der Qualitätssicherung stellen laut BAG ein legitimes Ziel dar. Voraussetzung hierfür war jedoch, dass die Arbeitgeberin dem Kläger Gelegenheit zum notwendigen Spracherwerb gegeben hatte.