EU-Parlament für "Made in"-Angabe

Die Europaabgeordneten lassen nicht locker: Sie fordern weiterhin eine verpflichtende Ursprungskennzeichnung von Importen, insbesondere für Textilien und Bekleidung. Nach dem Scheitern des alten verlangen sie einfach einen neuen Gesetzesvorschlag.

In ihrer Plenardebatte am 17. Januar sprachen sich die Parlamentarier gegen die Pläne der EU-Kommission aus, den alten Vorschlag für die "Made in"-Verordnung zurückzuziehen. EU-Handelskommissar Karel de Gucht sagte hingegen, dass nach siebenjähriger Anstrengungen zur Einführung von "Made in"-Regeln die Kommission zugeben musste, dass "diese Vorschriften dem Scheitern geweiht sind", und es "klar ist, dass wir dafür nicht mit einer Mehrheit im Rat rechnen können". In einer Entschließung verlangten die Abgeordneten trotzdem einen neuen Anlauf.

Während sich die Wirtschaft gegen das bürokratische und wenig durchdachte Vorhaben stemmt und Verbraucherschützer vor steigenden Kosten warnen, glauben die Abgeordneten, eine Pflichtkennzeichnung rette Arbeitsplätze in Europa. Doch das Zwangs-"Made in", das sie verfechten, vernachlässigt die Wertschöpfung am Standort. Verlässliche Auskünfte zu Produktionsbedingungen gibt es auch nicht: Offenbar sollen Ursprungsländer einfach als "gut" oder "schlecht" kategorisiert werden. Gerecht ist das kaum. Wer an teuren Standorten mit hohen Löhnen und Standards fertigt, kann damit auch ohne "Made in"-Verordnung werben. Und die Kunden von H&M oder KiK dürfte die Ursprungskennzeichnung ohnehin wenig interessieren.

Bild: Baumeister Ing. Engelbert Hosner, EUR ING. ... http://www.bauwissen.at / pixelio.de