Europapolitik für den Südwesten

Präsident Knauer im Gespräch mit MdEP Rainer Wieland

An Europa kommt niemand vorbei. Doch nicht immer scheint sich die Brüsseler Gesetzgebung segensreich auf die Branche im Land auszuwirken. Im Dezember trafen sich Südwesttextil-Präsident Armin Knauer und der Europaabgeordnete und Vizepräsident des Europaparlaments Rainer Wieland zum Gespräch. Dabei ging es um aktuelle Probleme der Textil- und Bekleidungsindustrie, aber auch darum, wie sich die Gesetzgebung durch kontinuierlichen Austausch zwischen Wirtschaft und Politik künftig besser an der Praxis orientieren könnte.

Wichtiges Thema waren die hohen Energiepreise, die sich insbesondere auf die Veredelungsindustrie belastend auswirken. "Sinkende Rohstoffpreise kommen durch die Struktur des Energiemarktes nicht bei der Industrie an", beklagte Knauer, der daneben an den Beispielen Trevira und Dystar aufzeigte, welche Auswirkungen sich in der gesamten textilen Kette ergeben können, wenn die Zukunft wichtiger Akteure unsicher ist. Im Laufe des Gesprächs wurde ein facettenreicher Bogen von den Auswirkungen der neuen Chemikalienpolitik REACh bis zur Wasserrahmenrichtlinie gespannt. Besondere Aufmerksamkeit widmete MdEP Wieland auch den Themen Präferenzursprung im Allgemeinen und Kantendruck im Besonderen sowie der aktuellen Diskussion um die "Made in"-Kennzeichnung von Textilprodukten.

"Das Überschießen der Vorschriften von Bund und Ländern über die EU-Vorgaben hinaus ist an der Tagesordnung", kritisiert Wieland. Würde dies nicht gebremst, sei eine Know-how-Abwanderung aus Deutschland unvermeidlich.

Auch mit einer weiteren Mitgliedsfirma von Südwesttextil hat Rainer Wieland ein Gespräch geführt: Am 20. Januar besuchte er die Alfred Apelt GmbH in Oberkirch, wo er sich für die Anliegen eines Betriebs der Heimtextilien-Industrie aufgeschlossen zeigte.