Farbstoffkompetenznetzwerk

Die Preisspirale bei den Textilfarbstoffen dreht sich unaufhaltsam weiter

Die Preise für Textilfarbstoffe schwingen sich zu neuen Höhenflügen auf und nicht selten haben dieses Jahr einige Mitgliedsbetriebe mittlerweile die dritte oder vierte Preiserhöhungsrunde ihrer Farbstofflieferanten hinter sich.

Gerade hat Chinas größter Dispersionsfarbstoffhersteller angekündigt, die Preise generell um mindestens 10 Prozent anzuheben. Als Grund hierfür werden abermals die steigenden Kosten zur Erfüllung von Umweltauflagen in der Farbstoffproduktion ins Feld geführt.

Der Kursverfall des Euro wirkt sich zudem äußerst preistreibend aus. Da Farbstoffe bzw. deren Vorstufen mittlerweile fast ausschließlich in Asien produziert werden, sind diese im Dollarraum einzukaufen. Die Abwertung des Euro in den letzten Monaten mit über 20 Prozent gegenüber dem Dollar verteuert die Farbstoffimporte in den Euroraum zusätzlich. Auch in diesem Punkt rächt sich nun, dass die europäische Farbstoffchemie bzw. Farbstoffproduktion praktisch vollständig nach Asien ausgelagert wurde.

Der Kursverfall des Euro ist nicht nur für die Textiler, sondern auch für die verbliebenen europäischen Farbstoffanbieter, die in aller Regel Farbstoffhändler sind, ein Problem, denn der Markt ist insgesamt schwierig einzuschätzen. Der Farbstoffhandel wird damit weiter zunehmend zum Warentermingeschäft, bei dem Lagerreichweiten, Kapitaleinsatz etc. eine größere Gewichtung erfahren und dadurch die Risiken nicht gerade kleiner werden.

Bei den Farbstoffrohstoffen und Vorprodukten werden in einem preislich sehr volatilen Umfeld mittlerweile wieder Höchststände erreicht. Laut eines europäischen Farbstofflieferanten kommt es jetzt auch zu einer regelrechten Kartellbildung der asiatischen Farbstoffhersteller, was Preisverhandlungen im eigentlichen Sinne oftmals unmöglich macht.

Die Euratex wird am 22. und 23. Mai zusammen mit dem Chemiecluster Bayern bilaterale Gespräche auf dem „Sino European Cluster Management and Innovation Forum” auf der WUXI EXPO 2015 in der Nähe von Shanghai/ China führen.

Dazu wird insbesondere auch die Unterstützung von Mitgliedsfirmen gesucht, die diese Delegation begleiten. Dies ist angesichts der ernsten Situation sehr begrüßenswert und interessierte Firmen können sich bei Stefan Thumm, Koordinator für Innovation, Umwelt und Technologie, melden, der den Kontakt zur Euratex herstellen wird.