Freihandel mit den Westbalkanländern

Letzte Abkommenslücke in der SAP-Kumulierungszone geschlossen

Über die Freihandelsabkommen zwischen der EU, den Westbalkan- Staaten und der Türkei sind jetzt auch zollfreie Dreiecksverkehre zwischen der EU, Kroatien und der Türkei möglich.

Mit der Vereinbarung zwischen Kroatien und der Türkei wurde die letzte Abkommenslücke in der so genannten SAP-Kumulierungszone geschlossen (SAP = Stabilisierungs- und Assoziierungsprozess). Neben der EU, Kroatien und der Türkei gehören Albanien, Bosnien und Herzegowina, Mazedonien, Montenegro und Serbien der Zone an.

Deutschland ist unter den EU-Staaten der mit Abstand stärkste Nutzer der Freihandelsbeziehungen zum Westbalkan. Insbesondere die Textil- und Bekleidungsindustrie profitiert bei Lohnveredelungsverkehren von den Zollvergünstigungen. Die Länder der Kumulierungszone behandeln Arbeitsschritte, die in den Partnerstaaten erfolgt sind, als ob sie im Inland stattgefunden hätten. Dadurch wird es für die Wirtschaftsbeteiligten einfacher, für ihre Produkte den präferenziellen Warenursprung zu erreichen und die damit verbundenen Zollvorteile zu nutzen. So kann beispielsweise türkisches Garn in Serbien oder Kroatien verstrickt und anschließend zollfrei in alle Länder der SAP-Zone versendet werden.

Die aktualisierte SAP-Matrix wurde im EU-Amtsblatt vom 31. Mai veröffentlicht. Die Kumulierung ist rückwirkend ab dem 1. Mai anwendbar.

Foto: © Ruslan Olinchuk / fotolia.com