Oh, wie schön ist Kanada

Freihandelsabkommen mit Kanada intern vorgestellt

Im August hat die EU-Kommission den Freihandelsvertrag CETA mit Kanada präsentiert – intern. Solche Geheimniskrämerei erhitzt die Gemüter. Doch was hinter verschlossenen Türen verhandelt wurde, ist inzwischen „geleakt“. Stück für Stück gelangte der Wortlaut des Abkommens an die Öffentlichkeit. Noch ist unklar, ob auch die einzelnen Mitgliedsstaaten den Text billigen müssen. Bis das geklärt ist, liegt der Abschluss auf Eis.

Damit kann Deutschland leben

Staatssekretärin Brigitte Zypries zum Freihandelsabkommen zwischen EU und Kanada

Die gute Nachricht ist: Die meisten Waren können ab Inkrafttreten zollfrei ausgetauscht werden, so auch Textilien und Bekleidung. Die Regeln für den Warenursprung, Voraussetzung für den zollfreien Zugang, fallen für die Branche liberaler aus als in älteren Abkommen der EU. Zudem können in bestimmten Mengen Waren mit „leichteren“ Ursprungsregeln zollfrei gehandelt werden. Auf die Verbindung mit anderen Freihandelsabkommen zielen die Bestimmungen zur Kumulierung. Im Klartext: Integration der EU in die NAFTA und mehr. Das mag manchen ängstigen. Für andere ist das der pragmatische Versuch, dem asiatischen Freihandelsblock ein Schwergewicht entgegenzusetzen.