Gemeinschaftsstand

Für die Leichtbau-Branche aus Baden-Württemberg ist die Composites Europa 2015 ein Heimspiel. Die zehnte Auflage der Europäischen Fachmesse und Forum für Verbundwerkstoffe, Technologie und Anwendungen macht vom 22. bis 24. September 2015 turnusmäßig wieder Station in Stuttgart. Zu dieser Gelegenheit präsentieren sich 14 Aussteller aus Baden-Württemberg auf einem Gemeinschaftsstand der von der Allianz Faserbasierte Werkstoffe Baden-Württemberg (AFWB) mit organisiert wird.

Zu sehen gibt es dabei zahlreiche Innovationen und Trends, die eindrucksvoll die Top-Position der Industrie und Forschung Baden-Württembergs in der Faserverbundtechnologie und im Leichtbau belegen. Das Ausstellerspektrum am Gemeinschaftsstand umfasst nahezu die gesamte Wertschöpfungskette für die Herstellung und Verarbeitung von Faserverbünden.

Die Amann & Söhne GmbH & Co. KG zeigt als einer der international führenden Hersteller für die nähende Industrie maßgeschneiderte Ausrüstung für Garne und Zwirne zum Einsatz in Faserverbundanwendungen. AMANN’s COMPHIL finishing Technologie trägt beispielsweise zu einer besseren Faser-Matrix-Haftung sowie zu einer verbesserten Verarbeitbarkeit und damit erhöhten Produktivität bei.

Dem wichtigen Thema Lebenszyklus widmet sich die Fiber Engineering GmbH, die einen thermoplastischen Sandwichaufbau aus Recycling-Carbonfasern präsentiert. Die Aufbereitung von Carbonfasern gilt als eine der entscheidenden Herausforderungen für die weitere Verbreitung des Werkstoffs. Als ein weiteres Highlight stellt die FTA Forschungsgesellschaft für Textiltechnik Albstadt mbH drehergewebte Non-Crimp Fabrics (NCF) und daraus hergestellte Composite-Prototypen vor. Drehergewebte NCF bieten unter anderem höhere Festigkeiten und Steifigkeiten in Zug und Druck als vergleichbare Gelege sowie eine bessere Drapierbarkeit.

Mit der H2K Minerals GmbH ist am Stand zudem ein Spezialist für Gießereichemie vertreten, für bessere Verarbeitbarkeit und damit mehr Wirtschaftlichkeit sorgen unter anderem die Binder und Gießereihilfsmittel des Unternehmens. Die Heermann Maschinenbau GmbH bietet effektive Schneidesysteme für Leichtbaumaterialien wie Wabenblöcke, Schäume und Verbundmaterialien, um Material passgenau machen zu können. Die IST Metz GmbH stellt UV-Verklebungen und faserverstärkte Verbundwerkstoffe her. UV-härtende Systeme bieten den Vorteil extrem kurzer Aushärtungszeiten sowie die Möglichkeit zur sofortigen Weiterverarbeitung.

Die Keller Lufttechnik GmbH + Co. KG präsentiert Systeme zur zuverlässigen Absaugung der Stäube aus der Bearbeitung von GFK-/CFK-Formteilen. Die Absaugung der lungengängigen Partikel dient der Sicherung von Gesundheit und Fertigungsqualität. Die SynOpt GmbH betreut Software für die virtuelle Produktentwicklung und stellt mit ihren Simulationstools ein wesentliches Werkzeug zur Entwicklung innovativer und zukunftsweisender Produkte im Leichtbau zur Verfügung. Mit der Dieffenbacher GmbH ist ein führender Hersteller von Pressensystemen sowie kompletten Produktionsanlagen für die Holz- und Automobilindustrie mit einem Exponat vertreten.

Am Stand zeigen zugleich fünf führende Forschungseinrichtungen aus unterschiedlichen Bereichen das große Know-how am Standort Baden-Württemberg. Beim Auftritt des Fraunhofer IPA gibt es unter anderem ein Handprüfgerät zur optischen Bestimmung der Bearbeitungsqualität an Leichtbaustrukturen sowie eine adaptive werkzeugnahe Absaugvorrichtung für die effektive und effiziente Erfassung des Spanguts beim Fräsen zu sehen. Beides stärkt die Produktqualität.

Das Institut für Flugzeugbau der Universität Stuttgart zeigt den Demonstrator eines Faserverbund-Sandwich-Fahrzeugaufbaues. Er ist aus Kohlefaserdeckschichten und einem gefalteten Sandwichkern sowie geflochtener CFK-Tragstruktur aufgebaut. Eine Besonderheit des gefalteten Sandwichkernes ist dessen Ventilierbarkeit: So können z.B. Fluide zur Heizung / Kühlung direkt durch den Kern geführt werden ohne zusätzliche Rohre.

Gemeinschftsstand ist Leistungsschau von Industrie und Forschung

Das ITCF Denkendorf forscht an der Entwicklung oxidischer und nicht-oxidischer keramischer Fasern. Gezeigt werden unter anderem Ceramic Matrix Composite. Die Werkstoffe eignen sich für den Hochtemperatureinsatz mit schadenstolerantem Verhalten. Beim Auftritt des ITV Denkendorf kann man sich über ein energieeffizientes Pultrusionsverfahren zur Herstellung von Faserverbundbauteilen mit thermoplastischer Matrix in Serienanwendungen informieren (T-Pult). Bei dem Projekt T-Pult ist es den Forschern gelungen, einen hochproduktiven Prozess zur Herstellung von glasfaserverstärkten Polyamidrohren mit großer Wandstärke zu entwickeln.

Im Bereich der Architektur stellen das Institut für Computerbasiertes Entwerfen (ICD) und das Institut für Tragkonstruktionen und Konstruktives Entwerfen (ITKE) die carbonfaserverstärkte Leichtbaustruktur eines Messestands vor, der durch computergestützte Entwurfs- und Simulationswerkzeuge sowie einen neuartigen, kernlosen robotischen Wickelprozess für Faserverbundbauteile realisiert wurde, was neue Design- und Anwendungsmöglichkeiten eröffnet.

Organisiert wird der 140 Quadratmeter große Stand vom starken baden-württembergischen Leichtbau-Bündnis aus AFBW e.V., CC BW e.V., LBZ e.V. und der Leichtbau BW GmbH. Der neu konzipierte Gemeinschaftsstand "Leichtbau aus Baden-Württemberg" findet sich in Halle 5/F02.