Gesamtverband textil + mode fordert 50 Millionen Euro für Auslan

Statt in Rettungsschirme und Abwrackprämien müssen Gelder in Auslandsmesseprogramme fließen

Sieben Millionen Euro fehlen derzeit im Budget für das Auslandsmesse-
programm des Bundes. Nun soll eingespart werden. Aus Sicht des Gesamtverbandes textil + mode der falsche Weg, denn er benachteiligt besonders mittelständische Unternehmen. Für 2010 hält das BMWi sogar eine starke Reduzierung der Aufnahme von Gemeinschaftsstandbeteiligungen auf Auslandsmessen für erforderlich.
"Das konterkariert alle Maßnahmen der Bundesregierung zur Stützung der Konjunktur. Einerseits werden Milliarden ausgegeben, andererseits nichts getan, um die Budgetlücke im offiziellen Auslandsmesseprogramm zu schließen", ärgert sich Peter Schwartze, Präsident des Gesamtverbandes textil + mode.
In einem Brief an den Bundeswirtschaftsminister zu Guttenberg forderte der Gesamtverband daher die Aufstockung des Auslandsmesse-Etats, um eine Erhöhung der Beteiligungsbeiträge oder eine Reduzierung der Messen zu verhindern.

Der Wirtschaftsminister reagierte prompt: "Gegenwärtig werden Überlegungen angestellt, ob kurzfristig noch finanzielle Mittel zur Verfügung gestellt werden können. Insbesondere für die Jahre 2010 folgende werde ich mich dafür einsetzen, dass für die Auslandsmessebeteiligungen des Bundeswirtschaftsministeriums vom Finanzminister mehr Mittel zur Verfügung gestellt werden, um den Belangen der exportorientierten deutschen Unternehmen gerecht zu werden", heißt es in seinem Schreiben. Aber es darf nicht nur gekleckert werden. Im Vergleich zu Rettungsplänen, die Milliarden verschlingen, geht es hier um vergleichsweise geringe Summen. "Eine Erhöhung von den für 2009 geplanten 38 Millionen auf 50 Millionen für 2010 für die Beteiligung deutscher Unternehmen an Auslandsmessen würde den Export nachhaltiger ankurbeln als jede bisherige Konjunkturmaßnahme", sagt Dr. Wolf-Rüdiger Baumann, Hauptgeschäftsführer des Gesamtverbandes textil + mode.

Die deutsche Textil- und Modeindustrie ist stark exportorientiert und gehört daher mit 17 Gemeinschaftsstandbeteiligungen zu einer der am stärksten am Auslandsmesseprogramm des Bundes partizipierenden Branchen. Jährlich präsentieren sich etwa 500 Unternehmen der Textil- und Modebranche im Rahmen des Auslandsmesseprogramms des Bundes in Ziel-Ländern wie Russland, China, den Vereinigten Arabischen Emiraten, USA und Indien.
Als Exportweltmeister trifft Deutschland die weltweite Wirtschaftskrise besonders. Daher muss gerade antizyklisch der Etat erhöht werden, um die Rolle Deutschlands als exportierende Nation zu stärken. Im Gegensatz zu Konjunkturmaßnahmen wie Abwrackprämien wirken Investitionen in Auslandsmesseprogramme als Mittel zur nachhaltigen Konjunkturbelebung. "Es muss alles getan werden, um möglichst viele Unternehmen zu gewinnen, sich an Auslandsmessen zu beteiligen, um der Exportwirtschaft neuen Schwung zu verleihen." Peter Schwartze ist sich sicher: "Mit wenig Geld kann hier viel erreicht werden."