Gespanntes Verhältnis

Lieferbeziehungen zwischen Handel und Bekleidungsindustrie untersucht

Supermarktketten, die zunehmend mehr Textilien anbieten, die generelle Vertikalisierung von Ketten wie Zara oder H&M sowie Änderungen in der Beschaffungspolitik haben zu Spannungen zwischen den europäischen Bekleidungsherstellern und ihren Hauptabnehmern geführt. Dies ist das zentrale Ergebnis der Studie "Lieferbeziehungen zwischen Handel und Bekleidungsindustrie", die zu Beginn des vergangenen Jahres von der EU-Kommission durchgeführt wurde und nun vorliegt. Insgesamt wurden knapp 400 Bekleidungshersteller aus sechs Ländern unter die Lupe genommen.
Bei der Untersuchung des Verhältnisses zwischen Handel und Herstellern aus dem Bekleidungsbereich hat sich gezeigt, dass immer mehr unfaire Beschaffungspraktiken Einzug gehalten haben. Hierzu zählen beispielsweise die Belastung mit Werbungskosten, die Verpflichtung zur Rücknahme unverkaufter Ware, systematische Zahlungsverzögerungen und die Übernahme von Designs, um diese mit kleinen Änderungen selbst in Asien produzieren zu lassen.
Allerdings ergab die Studie auch, dass es durchaus partnerschaftliche Verbindungen zwischen Handel und Herstellern gibt. Beispiele für solche Kooperationen sind die besonderen Leistungen für gleich bleibende Order oder die gemeinsame Nutzung von Informationssystemen. Immerhin stufen knapp 50 Prozent der befragten Unternehmen ihre Handelsbeziehungen als fair ein.
Die von der Kommission veröffentlichte Studie kann in englischer Sprache unter http://www.suedwesttextil.de heruntergeladen werden.