Geübter Umgang mit Sicherheitsdatenblättern

Verbandsmitglieder tauschen sich zu Umweltthemen aus

Die von Südwesttextil in Zusammenarbeit mit dem IVGT veranstaltete Umweltaussprache ist zu einer festen Institution der mit Umweltthemen befassten Experten aus den Mitgliedsunternehmen geworden. Die Teilnehmer eint der gemeinsame Wunsch, Umweltbelastungen möglichst zu vermeiden bzw. zu minimieren. Es zeigt sich jedoch, dass die Unternehmen einen großen Teil ihrer Energie darauf verwenden müssen, gegen unsinnige Vorhaben der Gesetzgebung zu kämpfen oder der an sie gestellten erheblichen bürokratischen Anforderungen Herr zu werden.

Es war deshalb den Teilnehmern der diesjährigen Umweltaussprache auch anzumerken, dass sie äußerst dankbar die wertvollen Praxistipps von Dr. Monika Kohla, Geschäftsführerin und Leiterin der Umweltabteilung des Verbandes der Nordwestdeutschen Textil- und Bekleidungsindustrie, aufsogen. Sie stellte dar, wie zielorientiert und ressourcenschonend mit den erweiterten Sicherheitsdatenblättern im Zusammenhang mit REACH umgegangen werden kann. Anwender von Chemikalien, die sich nicht zuvor mit dem praktischen Umgang mit dem Deskriptorensystem befasst haben, werden allein aufgrund des bloßen Umfangs der erweiterten Sicherheitsdatenblätter überfordert sein. Die Deskriptoren erleichtern das Lesen der Sicherheitsdatenblätter und sollen helfen, die Frage zu klären, ob die im Sicherheitsdatenblatt enthaltenen Expositionsszenarien die konkrete Art der Verwendung der Chemikalie im Unternehmen abdecken. Besonders hilfreich waren die Praxisbeispiele, die Dr. Kohla für die Teilnehmer im Gepäck hatte. Anhand von echten Sicherheitsdatenblättern wurde das Lesen und Anwenden der Deskriptoren geübt.

Im zweiten Teil der Veranstaltung standen aktuelle Fragestellungen in Bezug auf Erzeugnisse im Vordergrund. Michael Pöhlig, stellvertretender Geschäftsführer des IVGT, stellte für die Textilindustrie fest, dass Restlösemittelgehalte bei bestimmten Fasertypen Probleme aufwerfen können. Mit Blick auf die Reach-Kandidatenliste sind dies derzeit die Kandidatenstoffe N,N-dimethylacetamid (DMAC), Dimethylformamid (DMF) sowie der Kandidatenstoff 1-Methyl-2-pyrrolidon (NMP). Alle drei Stoffe werden als Spinnlösemittel bei der Faserherstellung einzelner meta-Aramid-Typen verwendet. Des Weiteren wird DMAC und DMF als Spinnlösemittel bei der Faserherstellung von Polyacrylnitril und Elastan verwendet. Nach den Vorschriften von REACH muss jeder Lieferant eines Erzeugnisses seinen Abnehmer unaufgefordert informieren, wenn das Erzeugnis einen Stoff der Kandidatenliste in einer Konzentration von mehr als 0,1 Prozent enthält. Da Verstöße gegen diese Vorschrift nunmehr seit 1. Mai straf- bzw. bußgeldbewehrt sind, ist diesbezüglich besondere Vorsicht geboten. Weitere Themen der Umweltaussprache waren die geplante Beschränkung beim Inverkehrbringen und Import von Textilien mit Alkykphenolethoxylaten (APEOs). Daneben wurden die drohenden Auswirkungen auf die TA Luft und damit auf die Unternehmen besprochen, die durch die Neueinstufung von Formaldehyd als krebserregend zu erwarten sind. Abschließend stellte Pöhlig dar, wie sich Unternehmen auf die zu erwartenden Umweltinspektionen vorbereiten können.

Die Seminarunterlagen stehen im Mitgliederbereich zum Download bereit.