Gut ausgebildet

Befragungsergebnisse zur Ausbildung in der Textilindustrie

Im Mai wurden die Unternehmen der Textilindustrie gebeten, an einer Online-Befragung zu Trends und Entwicklungen in der textilen Ausbildung teilzunehmen. Geantwortet haben insgesamt 218 Unternehmen. In die Auswertung eingeflossen sind 189 Aussagen - ein sehr gutes Ergebnis für eine Online-Befragung, die deshalb als repräsentativ gilt.

Bei der Auswertung zeigte sich, dass ungefähr 66 Prozent der Unternehmen zwischen 50 und 500 Beschäftigte haben. Ein Viertel der Betriebe liegt darunter und neun Prozent darüber.

In 60 Firmen wird derzeit der Produktionsmechaniker ausgebildet. Damit ist das der am häufigsten ausgebildete Beruf. Ebenfalls stark vertreten war der Beruf des Maschinen- und Anlagenführers Textiltechnik. Er wird derzeit in 54 Unternehmen ausgebildet.

Gut 90 Prozent der Auszubildenden werden von den Unternehmen übernommen. Diese erfreuliche Entwicklung wird durch die Ergebnisse einer weiteren Umfrage in der Textil- und Bekleidungsindustrie gestützt.

Darüber hinaus hat die Befragung ergeben, dass knapp ein Drittel der Auszubildenden in der Textilindustrie eine Weiterbildung in Form eines Studium oder der Meister- bzw. der Technikerausbildung ergreifen.

Das zentrale Resultat der Umfrage: Die Unternehmen wollen keine weitere Zusammenlegung der existierenden textilen Ausbildungsberufe. Sie sehen die sechs untersuchten Berufe den heutigen Anforderungen entsprechend.

Das häufig diskutierte Thema, der Ausbildungsberuf "Maschinen- und Anlagenführer" sei zu metalllastig, wurde durch die Befragung nicht bestätigt. 30 Unternehmen gaben an, dass dies zutrifft bzw. voll zutrifft. Demgegenüber gaben 33 Unternehmen an, dass dies nicht zutrifft bzw. eher nicht zutrifft.

Sehr zufrieden sind die Unternehmen mit dem Schulmodell Blockunterricht, vor allem in sogenannten textilen Kompetenzzentren, d.h. Berufsschulen mit fachpraktischem Unterricht, die auch noch Weiterbildungsmöglichkeiten anbieten.

Aus den Detailfragen zu den einzelnen Berufen ging unter anderem hervor, dass unabhängig vom jeweiligen Ausbildungsberuf, von den meisten Betrieben Kooperations- und Teamfähigkeit sowie Flexibilität als die beiden wichtigsten Qualifikationen bei der Personalkompetenz angesehen werden. Lediglich beim Produktveredler stand das eigenständige Erarbeiten von Wissen und Fertigkeiten höher im Ranking.

Für die mögliche Einführung der gestreckten Abschlussprüfung konnte kein eindeutiges Votum ermittelt werden.