Hightechprodukte aus Maschenstoff

Faserentwicklungen mit Funktionen bringen Mehrwert

Am 17. März drehte sich im Stuttgarter Haus der Wirtschaft thematisch alles um Maschenstoffe sowie gewirkte und gestrickte und Funktionstextilien. Eingeladen hatte die Petra Knecht Kommunikationsberatung, die die Branche zum fünften Mal zusammenführte und mit Vorträgen über Mascheninnovationen aus Forschung, Technik, Vertrieb und Bildungseinrichtungen miteinander ins Gespräch brachte.

Die Veranstaltung wurde vom Gesamtverband textil+mode, dem Gesamtverband der deutschen Maschenindustrie, dem Wirtschaftsministerium Baden-Württemberg und dem Regierungspräsidium Stuttgart unterstützt.
Ministerialdiretor Dr. Hans Freudenberg sprach von einer zahlenmäßig kleinen, wirtschaftlich aber erfolgreichen Branche und betonte die bedeutsamen finanziellen Zuschüsse des Landes an die beiden Forschungseinrichtungen für die Textil- und Bekleidungsindustrie in Denkendorf und Hohenstein.
Eines wurde deutlich: Maschenerzeugnisse haben Zukunft. Sie durch neue Faserentwicklungen mit Funktionen zu verbessern, bedeutet, sie mit einem Mehrwert für den Nutzer auszustatten. Endverbraucher und Industriekunden sind dann bereit, für sie einen höheren Preis zu zahlen. Nachfragegerechte Produkte müssen also innovative Alleinstellungsmerkmale besitzen, um sich vom Massenangebot abzuheben.

Andreas Soeffker, Geschäftsführer von Falke in Schmallenberg, kennt die geheimen Wünsche seiner Zielgruppe, der Laufsportler. Umgesetzt verbessern sie die Funktionalität der Sportstrümpfe und Sportbekleidung. Vom Markt werde dies deutlich honoriert.
Völlig andere Einsatzgebiete der Maschenstoffe zeigten Oswald Rieder, ITV Denkendorf, Dr. Heike Illing-Günter, Sächsisches Textilforschungsinstitut Chemnitz und Alfred Buck, Geschäftsführer von Buck, Bondorf. Abstandsgestricke und Kettengewirke finden breite Verwendung in der Medizintechnik, als Mobiltextil, Agro- und Geotextil oder als Verstärkung von Betonbauteilen. Hier sind sie nicht mehr wegzudenkende Werkstoffe.

Ein praktisches Beispiel für die Verwendung von Maschenstoffen
als Wohntextilien präsentierte Prof. Dr. Petra Blankenhorn, Hochschule Albstadt-Sigmaringen. In einer Studie verarbeiteten zwei Studenten ein Abstandsgewirk zu einem bequemen Stuhlbezug.