Hochschule Reutlingen im Aufbruch

Neue Hauptschwerpunkte der Hochschule und der Erhalt des Kontaktstudiums waren die wesentlichen Punkte bei der Mitgliederversammlung des Fördervereins der Hochschule Reutlingen.

Bei der jüngsten Mitgliederversammlung des Campus Reutlingen, dem Förderverein der Hochschule Reutlingen, gaben neben dem Vorsitzenden, Andreas Kurtz, dem Vertreter des Wissenschaftsministeriums, Oberregierungsrat Gellert, sowie der neu gewählte Präsident der Hochschule, Prof. Dr. Peter Nieß, Situationsberichte über die derzeitige Situation an den Hochschulen des Landes und speziell an der Hochschule Reutlingen. Entgegen den ursprünglichen Planungen werde das Kontaktstudium 2007/08 in Reutlingen in komprimiertem Maßstab weitergeführt, so der Vorsitzende Andreas Kurtz. Dabei sei eine Anlehnung an die IHK-Weiterbildung in Reutlingen vorgesehen. Forciert eingerichtet werden sollen an der Hochschule das Alumni-(Ehemaligen)Netzwerk und der Internetauftritt des Fördervereins.

Oberregierungsrat Gellert berichtete von einem starken Studienbewerber-Andrang im Wintersemester 2007/08 bei Fachhochschulen, aber einem gleichzeitigen Rückgang an den Universitäten. Wegen der eingeführten Studiengebühren gebe es überraschender Weise nur wenige Klagen, aber auch nur geringe Kreditinanspruchnahme der Studenten. Der Bachelor-Studiengang werde in Baden-Württemberg trotz Widerständen auch von Fachhochschulseite weiterhin aus 6 Studiensemestern und 1 Praxissemester bestehen. Die ersten Bachelor-Abgänger werden in nächster Zeit in die Wirtschaft entlassen.
In seinem Statement stellte der neue Rektor der Hochschule, Prof. Dr. Nieß, die Hauptschwerpunkte seiner künftigen Tätigkeit dar. Diese sind: neue Aufstellung der Hochschule, Forschung, Weiterbildung, Medienentwicklung, Personal- und Gebäudemanagement. Im Gegensatz zu den betriebswirtschaftlichen Studiengängen befänden sich beim Hochschulranking die technischen Studiengänge nur im Mittelfeld. Hier müsse etwas getan werden, so Prof. Nieß. Gleichzeitig solle die Internationalisierung gefördert werden. Die Interdisziplinarität innerhalb der Hochschule solle forciert werden, d.h., dass fakultätsübergreifende Module wie das Thema Faserverbundwerkstoffe im Bereich Chemie, Textil und Maschinenbau integriert werden könnten. Geplant sei eine engere Zusammenarbeit von Fakultäten wie Betriebswirtschaft und Textilwesen. Selbst eine Fusion hält der Rektor dabei nicht für ausgeschlossen. Außerdem soll ein Hochschulverbund auch im technischen Bereich mit Reutlingen, Tübingen und Stuttgart/Hohenheim angestrebt werden.