IdeenPark 2008

Besucherrekord im "Ländle" der Forscher und Tüftler

Rund fünf Milliarden Euro investieren die Firmen in der Region Stuttgart jährlich in Forschung und Entwicklung (FuE). Das sind 15 Prozent der privaten FuE-Aufwendungen in Deutschland. Im Vergleich zu anderen Regionen liegt Stuttgart damit deutschlandweit an der Spitze. So auch mit den mehr als 3300 Patentanmeldungen pro Jahr und der Anzahl an höchstqualifizierten Arbeitsplätzen - jeder 40. Beschäftigte ist ein Forscher. Zusätzlich punkten kann die Region durch die einmalige Ansammlung von innovativen Unternehmen, Hochschulen und zahlreichen Forschungseinrichtungen.
Da ist es nicht verwunderlich, dass im Mai der neuntägige IdeenPark in der Stuttgarter Messe mit über 290.000 Besuchern ein voller Erfolg war. "Wir haben das selbst gesetzte Besucherziel von 250.000 deutlich übertroffen", sagte der Vorstandsvorsitzende der ThyssenKrupp AG, Dr. Ekkehard Schulz.
Der Technologiekonzern Thyssen-Krupp und 120 Partner, darunter auch das Forschungsinstitut Hohenstein und ITV Denkendorf, präsentierten in drei Messehallen der Neuen Messe Stuttgart in sieben Themenfeldern gute Ideen, Innovationen und Zukunftsperspektiven der Technik.
Erklärtes Ziel der Ausstellung, die alle zwei Jahre an wechselnden Standorten stattfindet, ist es, Kindern und Jugendlichen an Technik und Naturwissenschaft heranzuführen, um in Deutschland die Ausbildung von Nachwuchskräften zu sichern.

Rund 500 Ingenieure, Forscher und Studierende haben in Stuttgart ihre Ideen vorgestellt und neueste Technologien präsentiert. An 200 oft interaktiven Exponaten konnten die Besucher Technik kennen lernen und ausprobieren. In SchlauLoPolis, der Stadt der Bildung, erlebten Kinder und Jugendliche, dass es Spaß macht, mehr über Technik und Wissenschaften zu lernen. Eine komplette Messehalle bot über 6.300 Workshop-Plätze für die unterschiedlichsten Altersgruppen die Chance zum Experimentieren, Tüfteln und Konstruieren. In der IdeenWerkstatt, Deutschlands größtem Zukunfts-Workshop, sammelten die Jugendlichen ihre Zukunftsideen und traten dann auf den Bühnen des IdeenParks in den direkten Dialog mit Experten aus Wirtschaft und Politik.

Auch die Forschung aus der Textil- und Bekleidungsindustrie war mit interessanten Exponaten vertreten. Die Hohensteiner Institute präsentierten eine Herren-Outdoorjacke, die mit Hilfe eingebauter Solarzellen die Energie für elektronische Komponenten, wie z.B. einen mp3-Player, liefert. Dieses
praxistaugliches Funktionsmuster wurde im Rahmen des vom Wirtschaftsministerium aus Mitteln der Landesstiftung Baden-Württemberg geförderten Verbundprojekts "Solartex" in Zusammenarbeit mit dem Institut für Physikalische Elektronik an der Universität Stuttgart (IPE) erarbeitet.
Durch optimierte Steckverbindungen und besonders flexible und mechanisch unempfindliche Solarzellen übersteht dieser Prototyp auch problemlos die Reinigung in einer Haushaltswaschmaschine - ein wesentlicher Aspekt für eine mögliche Serienfertigung.

Das ITV Denkendorf stellte zwei Exponate aus: Zum Thema Lebenswelt "Luft- und Weltraum" zeigten die Denkendorfer eine auf textiler Basis entwickelte transparente Wärmedämmung. Pate für das Material war das Eisbärfell, das seinen Träger durch ein isolierendes Luftpolster zwischen und in den Haaren warm hält. Zum Thema Lebenswelt "In der Natur" präsentierten sie den "Technischen Pflanzenhalm" aus textilen Fasern. Dieser ist in seiner Stabilität und Belastbarkeit den in der Natur großen Windbelastungen ausgesetzten Gräsern nachempfunden.
Im Rahmen der Kinder-Uni-Vorlesungen begeisterte Dr.-Ing. Thomas Stegmaier, Leiter Forschungsbereich Technische Textilien, über hundert wissbegierige Kinder mit seinem Vortrag zum Thema "Bionik - Natur als Ideenquelle für die Technik".