Industrie 4.0 in der Textil- und Modeproduktion

Mehr als 100 Vertreter der Textil- und Modeindustrie und dem Textil- und Bekleidungsmaschinenbau trafen sich Anfang April zu einer ersten gemeinsamen Branchenveranstaltung zum Thema Industrie 4.0.

Mehr als 100 Vertreter der Textil- und Modeindustrie und dem Textil- und Bekleidungsmaschinenbau trafen sich am 5. April 2016 zu einer ersten gemeinsamen Branchenveranstaltung zum Thema Industrie 4.0. Mit Vorträgen und Möglichkeiten zum Erfahrungsaustausch wurden die nächsten Schritte zur Textil- und Modeindustrie 4.0 diskutiert und Lösungsansätze vorgestellt. Auch wenn der relativ neue Begriff noch nicht abschließend definiert ist: Industrie 4.0 steht u. a. für die Verbindung von Informationstechnologie mit Fertigungsprozessen, für intelligente Produktion, eine rentable Losgröße 1 und neue Geschäftsmodelle. Die Ziele liegen in der Steigerung von Produktivität, Flexibilität und Effizienz. Der Gesamtverband textil+mode, das Forschungskuratorium Textil und der VDMA Textilmaschinen sowie der VDMA Bekleidungs- und Ledertechnik luden zu dieser Veranstaltung in Frankfurt ein.

Die Veranstaltung wurde durch ein Grußwort von Franz-Jürgen Kümpers, Geschäftsführer der SGL Kümpers, eröffnet. Er appellierte, die Schubkraft des Internets der letzten Jahre zu beachten und dieses Wissen für die weitere Digitalisierung zu nutzen. Sie bringt neue Prozesse, aber auch bessere und kostengünstigere Produkte. Deutschland habe hiermit eine Chance auf ein Alleinstellungsmerkmal. Die SGL Kümpers fertigt automatisiert Carbonfaser-Preforms für BMW. Im komplexen Flechtprozess werden Maschinen automatisch fernüberwacht und präventiv gewartet. Insgesamt werden aktuell mehrere hunderttausend Qualitätsdaten pro Woche erhoben und verarbeitet.

Als Keynote-Speaker gab Jan Hill, Senior Director Technology Innovation, einen Überblick über die Konzeption der Speed Factory der Firma Adidas. Anschaulich wurden Beispiele für eine strategische Vorgehensweise sowie Handlungsfelder für eine hoch flexible Fertigung aufgezeigt. Etwa mit Upstream Innovation: Der Konsumentenbedarf wird nicht mehr über Produkte entwickelt, sondern der Kunde entscheidet direkt. Eine vollständige Automatisierung bestehender Produkte lässt sich nicht zu 100 Prozent umsetzen. Durch neu entwickelte Materialien und Prozesse wächst das Potential, Bedürfnisse zu kreieren oder zu befriedigen. Ziel der Speed Factory ist es, für jeden Konsumenten das ultimative personalisierte Produkt zu kreieren und vor Ort in den Absatzmärkten zu produzieren. Dafür braucht es mehr als die Veränderung von einem Prozessschritt zum nächsten: Es kommen neue Fertigungstechnologien wie 3D-Druck und Digitaldruck zum Einsatz.

Die Zusammenfassung der Veranstaltung mit Bildern gibt es als Tagungsbericht zum Download unter "Mehr zum Thema".