Innovationspreis textil+mode 2009

Wissenschaftlicher Mitarbeiter der Hohenstein Institute gewinnt mit "heilendem" Textil

Innovative Textilien, Textildesign und Modedesign sind die Kategorien, in denen am 12. Oktober zum zweiten Mal vom Gesamtverband textil+mode stellvertretend für die deutsche Textil- und Modebranche der Innovationspreis verliehen wurde. Rund 480 Gäste waren ins K 21, dem Museum für zeitgenössische Kunst in Düsseldorf gekommen, um die von Frauke Ludowig moderierte Veranstaltung mitzuerleben.

Aus 200 Bewerbungen nominierte die neunköpfige Jury acht innovative textile Ideen, die mit kurzen Filmportraits und Modeschauen dem Publikum vorgestellt wurden. Künstlerische Inszenierungen kündigten dann die einzelnen Gewinner an. So zauberten die Bewegungen der Tänzer der Jongleur-Truppe "Feeding the Fish" aus London in ihrer Laser-Licht-Show mit leuchteten Stäben Muster, Farben und Formen in die Luft, die am Ende mit den Wörtern "antibakteriell" und "wundheilend" den Gewinner der Preiskategorie "Innovative Textilien" ankündigten: Gregor Hohn, studierter Biologe und wissenschaftlicher Mitarbeiter der Hohenstein Institute. Er erhielt den mit 50 000 Euro dotierten Förderpreis für seine therapeutisch aktive Wundauflage.
Die Wundauflage besteht aus textilen Depotfasern, die in ihren Hohlräumen den therapeutischen Wirkstoff speichern und bei Kontakt abgeben. Mit diesem neuartigen medizinischen Gewebe können die Wundheilung beschleunigt und chronische Wunden sogar geheilt werden, erklärte der Gewinner seine Erfindung. Der 28-Jährige gebürtige Kölner bezeichnete die Wundauflage als "Fleißarbeit eines kleinen Forschers". Jury-Mitglied Dr. Dorothee Achenbach, Kunsthistorikerin und Journalistin, würdigte in ihrer Laudatio diese innovative Entwicklung als ein herausragendes Beispiel für den großen, oft unbekannten Bereich der technischen Textilien.

Mit Elisabeth Holzer bekam eine Meisterschülerin der Kunsthochschule Weißensee den begehrten Preis. In der Kategorie Textildesign wurde die 31-Jährige für ihren Wettbewerbsbeitrag "Orinuno – gefaltete Seide" ausgezeichnet. Professor Heinz Mack bescheinigte der Designerin in seiner Laudatio eine hohe Kunstfertigkeit. In ihrer Arbeit erhalten seidene Flächen durch eine aus dem Origami abgewandelte Technik neue Strukturen und Eigenschaften. "Mit dem Gewinn des Innovationspreises wird sich für mich eine Menge verändern, es ist eine Bestätigung meiner Arbeit", sagte Elisabeth Holzer.

Michael Sontag sicherte sich den Innovationspreis in der Sparte Modedesign für seine Kollektion "Frühjahr Sommer 2010". Jurymitglied Professor Wilfried Korfmacher von der Fachhochschule Düsseldorf würdigte ihn in seiner Laudatio als "Newcomer", "der mit Bravour Zeitgeist übersetzt, dabei aber in der gesamten Expression zeitlos ist". Die Jury mit Vertretern aus Wirtschaft, Kunst und Medien wie dem international renommierten Maler und Bildhauer Heinz Mack, Ulrike Möslinger, Geschäftsleiterin der Galeries Lafayette und Vorstandsmitglied bei Create Berlin, und der Chefredakteurin des Fachmagazins TM Fashion Trends, Marita Sonnenberg, sei sich schnell einig gewesen, den Innovationspreis an Michael Sontag zu vergeben. Der Meisterschüler der Kunsthochschule Weißensee habe ein riesiges internationales Potential.

"Die Verleihung des Innovationspreises textil+mode zeigt, wie viel Potential in unserem Nachwuchs steckt. Besonders im Bereich der technischen Textilien liegen große Marktchancen", sagte Gesamtverbandspräsident Peter Schwarzte.
Der dritte Innovationspreis textil+mode wird 2010 wieder in Düsseldorf vergeben. Unmittelbar nach Bekanntgabe des neuen Termins werden die Ausschreibungen durch den Gesamtverband textil+mode in Berlin erfolgen.