Reederei Hanjin insolvent – was tun?

Zahlreiche Schiffe des südkoreanischen Unternehmens sitzen auf See fest

Viele Häfen verweigerten die Frachtlöschung aus Angst, auf den Kosten sitzenzubleiben. Im Folgenden werden einige erste Handlungsempfehlungen zusammengefasst.

In den General-Transport-Policen ist geregelt, dass Gefahren der Zahlungsunfähigkeit mitversichert sind, es sei denn der Versicherungsnehmer hatte die Partei selbst ausgewählt und Kenntnis oder grob fahrlässige Unkenntnis von der (unmittelbar drohenden) Zahlungsunfähigkeit.
Wichtig ist, dass der Beförderungsauftrag nach wie vor gültig ist, hierzu kann der Spediteur um Auskunft über den Standort der Güter gebeten werden. Zudem ist dieser verpflichtet, von dem Auftraggeber unverzüglich Weisung einzuholen.
Große Vorsicht gilt im Rahmen von vorbehaltlosen Zahlungen und Unterzeichnung von Kostenübernahmeerklärungen, die auch Schuldanerkenntnisse darstellen können. Haftbarhaltungen der Wareneigentümer etwa sollten zurückgewiesen werden.
Der Empfänger der Güter hat weiterhin einen Auslieferungsanspruch.
Sollte man durch Terminalbetreiber zur Zeichnung der Kostenübernahmeverpflichtung oder Vorkasse gezwungen werden, sollte dies nur unter Vorbehalt der Rückforderung und Haftbarhaltung erfolgen.

In jedem Fall ist der Einzelfall entscheidend und Kontakt mit dem Versicherer aufzunehmen.