International, flexibel und hochwertig

Saint-Denis ermuntert zur Entschlossenheit

Rede Georg Saint-Denis

Rede von Georg Saint-Denis, Präsident Südwesttextil, Jahresversammlung 2012

Der Bezug zum Veranstaltungsort war bewusst gewählt: das Böblinger Meilenwerk, ein Zentrum für enthusiastische Autoliebhaber, diente als Kulisse für die diesjährige Jahresversammlung von Südwesttextil und Gesamtmasche. Bewegung und Innehalten, Emotion und Expertise, Tradition und Fortschritt - Attribute, die sich nicht nur die Fans von Old- und Youngtimer-Fahrzeugen ans Revers heften können. "Wir als Textiler können uns an einem solchen Ort zutreffend wiederfinden", stellte der frisch gewählte Südwesttextil-Präsident Georg Saint-Denis klar. Auch in unserer Branche gehe es im weitesten Sinne um Mobilität, um Bewegung, Emotion und Expertise, aber auch um Tradition und Fortschritt. Und nicht zuletzt bildeten Textil und Automobil eine immer stärker werdende Symbiose, wie das Engagement vieler Textilfirmen im Bereich der Automobilindustrie belege.

Deshalb hatte das PR-Team von Südwesttextil die Gelegenheit genutzt und mit originellen Hinweistafeln den Besuchern die Vielfalt der in einem Automobil verarbeiteten Textilien erklärt. Fazit: Ohne Textil kein Automobil. "Es sind die technischen Textilien wie für den Einsatz im Automobil, in der Luftfahrt, im Hoch- und im Tiefbau oder der Medizin, die heute die Innovationsführerschaft in der deutschen Textilindustrie übernommen haben“, konstatierte Georg Saint-Denis. Und hier liege auch der größte Wachstumsbereich der Branche. Dabei vergaß er natürlich nicht die traditionellen Sparten wie Bekleidungs- oder Heimtextilien, die durch besonders harten internationalen Wettbewerb geprägt seien. Aber auch sie profitierten von innovativen Funktionen.

Der Südwesttextil-Präsident verwies darauf, dass sich die deutsche Textil- und Bekleidungsindustrie unverändert in diesem Spannungsfeld der verschiedenen textilen Sparten bewege. Über alle Fachsparten hinweg sei es in den letzten Jahren mit gutem Erfolg gelungen, sich deutlich internationaler und flexibler aufzustellen und sich auf qualitativ hochwertige und innovative Erzeugnisse zu fokussieren. Aber, so Saint-Denis weiter, "diesen eingeschlagenen Weg müssen wir noch entschlossener gehen, wollen wir die sich bietenden Chancen auf den Absatzmärkten dieser globalen Welt richtig nutzen."

So komme es darauf an, den Knowhow-Vorsprung bei technischen Textilien zu wahren und auszubauen und sich deshalb noch stärker mit anderen Branchen zu vernetzen. "Wir besitzen in Deutschland großes Geschick darin, verschiedene industrielle Sparten für komplexe Produktlösungen zu integrieren. Diesen branchenübergreifenden Produktionsverbund müssen wir als einen strategischen Vorteil gegenüber anderen Standorten nutzen", forderte der Chef des südbadischen Airbagherstellers GST. Er warb außerdem dafür, die vielen Anwendungsgebiete faserbasierter Werkstoffe und deren Zusatznutzen bekannter zu machen, um einen höheren Marktanteil mit technischen Textilien erzielen zu können.

Saint-Denis empfahl, die textilen Geschäftsfelder stärker zu internationalisieren. Die industriellen Anwendungsgebiete in vielen Schwellenländern würden künftig stark wachsen. China sei bereits der größte Automarkt der Welt und verspreche auch in den nächsten Jahren weiteres Wachstum. Ebenso könnten technische Bautextilien vom global steigenden Bedarf an Infrastrukturprojekten in Schwellenländern profitieren.

Um den Vorsprung vor der ausländischen Konkurrenz gerade auf dem Gebiet der technischen Textilien aber auch halten zu können, appellierte Saint-Denis an seine Unternehmerkollegen, sich noch intensiver um gut ausgebildete Fachkräfte zu bemühen. Dabei könnten sie auch auf die Unterstützung der Verbände zählen, die hier wertvolle Hilfestellung leisteten.