Internatskostenzuschuss steigt

Für das Schuljahr 2016/17 setzt die Landesregierung den Koalitionsvertrag um

Die Arbeitgeber Baden-Württemberg haben die Ankündigung der Landesregierung als Schritt in die richtige Richtung begrüßt, die Landeszuschüsse für die Internatsunterbringung von Auszubildenden in der Dualen Ausbildung auf ein Drittel zu erhöhen. „Die Neuregelung trägt dazu bei, dass für Berufsschüler, die in Bezirks- oder Landesfachklassen an zentralen Standorten zusammengezogen werden, die Unterbringung in Wohnheime gesichert wird und bezahlbar bleibt“ sagt Peer-Michael Dick, Hauptgeschäftsführer der Arbeitgeber Baden-Württemberg. Zudem war die Erhöhung der Landeszuschüsse auch längst überfällig, nachdem die Landesregierung schon in ihrem Koalitionsvertrag 2011 ein neues Finanzierungsmodell ankündigte. Derzeit deckt der öffentliche Zuschuss gerade einmal ein Sechstel der tatsächlichen Kosten der Wohnheimunterbringung. Mit dem Beginn des Ausbildungsjahrs 2016/17 soll nun auf ein Drittel erhöht werden.

Angesichts demografischer und struktureller Veränderungen wird es für einige Ausbildungsberufe immer schwieriger, ein betriebs- und wohnortnahes Angebot in der Fläche zu erhalten. Deshalb sei es auch richtig, für solche Ausbildungsangebote zentrale Fachklassen einzurichten. Allerdings führe dies zu einer finanziellen Mehrbelastung, weil Azubis dann in Wohnheime untergebracht werden müssten.

„Wenn aber die Mehrkosten vor allem an den Azubis und den Betrieben hängen bleibt schmälert das die Attraktivität dieser Ausbildungsberufe massiv. Das kann auch nicht im Interesse der Politik sein, wenn darunter die Ausbildungsund Branchenvielfalt unserer Wirtschaft insbesondere im ländlichen Raum leidet“ erklärt Dick.

Diese Diskussion kennen die Textilunternehmen und haben gemerkt was es heißt, Auszubildende zu finden, wenn die Berufsschule nicht am Ort ist.

Gerade die Unternehmen in der Textilindustrie dürften sich deshalb über die Erhöhung freuen. Sowohl für den Produktveredler Textil als auch für den Textillaboranten existieren de facto Landeskassen. Aber auch bei den Produktionsmechanikern Textil gibt es viele, die auf die Unterbringung in Wohnheimen angewiesen sind – bei zwei im Land verbliebene Berufsschulstandorte.

Eine weitere Erhöhung ist in Aussicht gestellt, allerdings ist dies abhängig von der Entwicklung der Rechtsprechung, die es in diesem Bereich gibt.