Karstadt auf Crashkurs

Der Konzern fordert neue Nachlässe von seinen Lieferanten

Beim letzten Mal nannte man es „Logistikrabatt“, jetzt spricht Karstadt vom „Funktionsrabatt“. Das Ziel aber ist immer das gleiche: die textilen Lieferanten werden „vor dem Hintergrund der aktuellen Marktgegebenheiten“ zu Nachlässen von bis zu dreieinhalb Prozent auf ihren kumulierten Waren-Gesamtumsatz gedrängt. Und das rückwirkend ab 1. September.

Nachlässe im Nachhinein zu verlangen, ist nicht in Ordnung.

Unternehmer einer Strickerei auf der Alb

Angesichts der kriselnden Lage des Warenhauskonzerns war in der Branche mit Einschnitten gerechnet worden. Doch der Unmut ist dennoch groß. Auch wenn die Rabattforderung jetzt „nur“ für gut zwei Monate rückwirkend in Kraft treten soll – 2012 waren es gar zwölf – ärgern sich die Textil-Anbieter über Stil und Begründung des Geschäftsgebarens. Dass die Rahmenkonditionen für Lieferanten „wettbewerbskonform angepasst“ werden müssten, klingt manchem nach Jahren mit immer neuen Rabattforderungen wie blanker Hohn. Und Nachlässe für bereits gelieferte Ware zu verlangen, geht verantwortungsvollen Unternehmern ohnehin gegen die Hutschnur. Trotzdem bleibt den zur Ader gebetenen Lieferanten nur die mehr oder minder freie Entscheidung, in die Rabattforderung einzuwilligen oder sie als Zumutung abzulehnen.